Landau: Dank an Stadt Wien- Kritik an Regierungspolitik

Bürgermeister Michael Häupl besucht Caritas Flüchtlingshaus

Wien (OTS) - "Wien ist eine soziale Stadt und ist in vielen Bereichen vorbildlich. Aber bei der existentiellen Absicherung für Fremde gibt es durchaus noch Verbesserungsbedarf. Und hier stehen wir mit unseren Erfahrungen als Partner gerne zur Verfügung," mit diesen Worten dankte Caritasdirektor Michael Landau Bürgermeister Michael Häupl für die gute Zusammenarbeit in vielen Feldern des Engagements für Menschen. Beim Besuch des Wiener Bürgermeisters im Caritas Flüchtlingshaus in der Robert Hamerlinggasse unterstrich Landau die Übereinstimmung "dass niemand in Wien auf der Strasse stehen soll - egal, welchen Pass der Mann, die Frau, oder das Kind hat."

Bei Familienzusammenführung setzt Regierung falsche Maßnahmen

Landau übte auch Kritik an der Regierungspolitik im Umgang mit Aslywerbern und Migranten. "Es ist enttäuschend und befremdend, dass die klare Weihnachtsbitte des Erzbischofs von Wien, Kardinal Christoph Schönborn, die Familienzusammenführung aus der Quote herauszunehmen oder zumindest den Rückstau von knapp 12.000 Menschen durch eine Sonderquote abzubauen, vom Herrn Bundeskanzler nicht einmal ignoriert worden ist," so Landau. Denn mit der nun präsentierten Niederlassungsverordnung 2002 bekommen Ausländische Familien keine bessere Chancen auf ein Zusammenleben. "Es ist ein Armutszeugnis für das "Familienland Österreich", das es keine Verbesserungen für den Nachzug von Familienangehörigen gibt," spart der Wiener Caritasdirektor nicht mit Kritik an dem mangelnden politischen Willen, die Weihnachtsbitte 2001 von Kardinal Schönborn umzusetzen. "Hier ist vor allem an Frauen und Kinder auf der Warteliste zu denken," verweist Landau auf seine Überzeugung, dass das Recht auf Familie wohl nicht von einer Quote abhängig gemacht werden dürfe. Die derzeitige Quote von 5.490 Plätzen bedeutet das Frauen, Kinder und Väter weiterhin eine Wartezeit von zwei bis vier Jahren durchleiden müssen, bis sie endlich wieder ein gemeinsames Leben verbringen dürfen."Mit dieser Politik behindern die Verantwortlichen die Integration bereits hier niedergelassener AusländerInnen, gefährden ihre Ehen und erschweren die Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern," so der Wiener Caritasdirektor Michael Landau. "Die Regierung setzt hier eindeutig falsche Maßnahmen!"

Besonders leiden die Kinder

Im Blick auf die Asylwerberinnen und Asylwerber strich Landau besonders die Situation der Kinder hervor. Rund 100 Kinder leben in den vier Flüchtlingshäusern der Caritas Wien. "Ein besonderes Problem stellt hier die Krankenversicherung dar. Ohne das Engagement von Ärztinnen und Ärzten, die sich für kostenlose medizinische Hilfe zur Verfügung stellen, wären eine medizinische Grundversorgung nicht aufrecht zu erhalten," betonte Landau. Er erneuerte auch die Caritasforderung nach Rechtsanspruch auf Bundesbetreuung für mittellose Flüchtlinge nach rechtsstaatlichen Mindeststandards in diesem Bereich.

Um auch in schwierigen Situationen helfen zu können, hat die Caritas einen eigenen Flüchtlingskinderfonds gegründet. Mit den Spenden auf das PSK Konto 7.700.004, Kennwort: Flüchtlingskinderfonds ermöglichen Spenderinnen und Spender, dass auch Kinder ohne Krankenversicherung die notwendige Behandlung bekommen können. (ENDE)

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Peter Wesely

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