Polizeigewerkschaft: Minister lässt PolizistInnen im Stich

Heftige Kritik an der geplanten Reform der BPD-Wien

Wien (ÖGB/Polizeigewerkschaft). "Die KollegInnen sind verunsichert, sie fühlen sich vom Innenminister im Stich gelassen und sind demotiviert", kritisiert der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Franz Pail die von Innenminister Strasser geplante Reform der Bundespolizeidirektion Wien (BPD) und das damit verbundene Einsatzkonzept.++++

"Die angekündigte Reform der BPD-Wien erweckt nicht den Eindruck als würden sachliche Kriterien die Grundlage sein. Vielmehr dürfte sie auf die derzeitigen Funktionsinhaber zugeschnitten sein", stellt der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft fest. So habe die unter großen Aufwand und auf objektiven Grundlagen vorgenommene Personalstandsanalyse keine Berücksichtigung gefunden. Bei der Umsetzung der Kriminaldienstreform sei daher im Bereich der Sicherheitswache mit einem deutlichen Arbeitsmehraufwand zu rechnen.

Für den Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft sind beim vorliegenden Reformprojekt "alle Grundsätze des Projektmanagements sträflich vernachlässigt worden". Daher sei es auch absehbar, dass mit "abkommandierten" Verwaltungsbediensteten in den Kommanden und mit "abgeschobenen" SicherheitswachebeamtInnen das Niveau nicht zu halten sei. Pail: "Verständlich, dass die KollegInnen in einer noch nie dagewesener Form verunsichert und demotiviert sind. Das Gefühl des des Verkauftseins macht sich breit."

Pail: "Alles was zum Thema 'Betriebskultur' und 'Leitbilder' erarbeitet wurde, ist über Bord geworfen worden. Die Polizei verabschiedet sich unter der Führung von Strasser auch von der sozialen Kompetenz. Fragen, wie die Verwendung nicht mehr exekutivdiensttauglicher SicherheitswachebeamtInnen oder Außendienst bis zum 60. Lebensjahr und darüber hinaus sind ungelöst." Für den Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft ist das Betrübliche daran, dass alles auf dem Rücken der SicherheitswachebeamtInnen und in weiterer Konsequenz "auf dem Rücken der Bevölkerung" ausgetragen werde. Pail:
"Herr Bundesminister, noch ist Zeit zur Besinnung!"(ff)

ÖGB, 20. Dezember 2001 Nr. 1115

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