Neue Sicherheitsstandards für Gefahrguttransporte

Doppelte Bürokratie entfällt mit Jahresbeginn - Harmonisierung muss auf alle Produktgruppen ausgedehnt werden

Wien (PWK918) Beim Transport von schwach radioaktiven Stoffen wie sie in der Medizin und Sicherheitstechnik Verwendung finden, bestehen derzeit unterschiedliche Vorschriften für Unfallmeldungen, Beförderungspapiere, Gefahrzettel und Außen-Kennzeichnung von Fahrzeugen - je nachdem, ob solche Stoffe innerstaatlich oder grenzüberschreitend transportiert werden. Diese Doppelgleisigkeiten werden beseitigt. Ab 1. Jänner 2002 können bei nationalen Beförderungen bereits die Bestimmungen des Internationalen Übereinkommens über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße (ADR 2001) und bei Eisenbahnbeförderungen (RID 2001) angewendet werden, wie sie bereits bei grenzüberschreitenden Transporten gehandhabt werden.
In der Übergangsphase können die bisherigen Vorschriften noch bis zum Inkrafttreten des novellierten Gefahrgutbeförderungsgesetzes voraussichtlich im 1. Halbjahr 2002 angewandt werden . Das Innenministerium anerkennt in der Übergangsphase bei Kontrollen beide Formen der Abwicklung sowohl nach geltendem österreichischen Recht als auch nach den EU-Bestimmungen. Das Verkehrsministerium tritt bereits für die sofortige Anwendung der Neuregelung im ADR 2001 ein.

"Bedauerlich ist, dass für die übrigen Güter die bürokratische Doppelgleisigkeit aufgrund der bisher unterbliebenen Anpassung der österreichischen Gesetzgebung weiter aufrecht bleibt. Dies stellt die Beförderer vor Probleme und stößt bei Kontrollen auf Unverständnis und soll rasch beseitigt werden", erklärt dazu der Leiter der Abteilung für Umweltpolitik in der WKÖ, Doz. Stephan Schwarzer.

Der Gefahrguttransport ist im ADR 2001 (Bereich Straße) und RID (Bereich Schiene) zur Gänze neu überarbeitet worden. Die Vorschriften bzw. Suchvorgänge für die Benutzer (Gefahrgutbeauftragte) werden einfacher und übersichtlicher.
Zusätzliche Sicherheitselemente wurden aufgenommen. Beförderer sind verpflichtet, bei schweren Unfällen die Behörden zu informieren. Die Unfalldaten werden für sämtliche Mitgliedstaaten technisch einheitlich ausgewertet, um künftige Sicherheitsvorschriften festlegen zu können. Bei Gefahrzetteln wurden neue Kategorien und Formate eingeführt.
Unter der von der Neuregelung betroffenen Klasse 7 (radioaktive Stoffe) werden Produkte genannt, die in Medizin, Umweltschutz, Bauwirtschaft, Eich- und Messwesen, Werkstoffprüfungstechnik zum Einsatz kommen: Brandmelder, die schwach radioaktive Elemente zur Ionisation der Rauchpartikel enthalten; Radiometrische Geräte, die für Messverfahren, Dichteprüfungen oder Schichtdickenmessungen im Straßenbau verwendet werden; Radiopharmaka (Kontrastmittel), die in der Krebstherapie (radioaktives Jod, Strontium 89) Anwendung finden oder in der Diagnostik der Sichtbarmachung und Lokalisierung von Tumoren dienen.
Weiterführende Informationen finden sich unter www.wko.at/up. (hp)

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Dr. Stephan Schwarzer
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