Sparpakete helfen nicht sparen!

ÖBIG-Studie bestätigt langjährige Pharmig-Appelle

(Wien/OTS) Was von vielen Experten genauso wie von der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, schon immer gesagt wurde, wurde durch eine neue Studie des ÖBIG (Österr. Bundesinstitut für Gesundheitswesen) bestätigt: Sparpakete in Österreich haben - wenn überhaupt - nur eine äußerst kurze Wirkungsdauer. Diese Beobachtung ist unabhängig davon, ob es sich um Krankenhauskosten, Ärztehonorare oder um Medikamenten-Ausgaben handelt. So hielt der prominente deutsche Gesundheitsökonom Univ. Prof. Dr. Matthias von der Schulenburg schon zu Beginn der 90er Jahre in Wien kritisch fest:
"Das Wirksame an Maßnahmen zur Kostendämpfung sind nicht die Maßnahmen an sich, sondern nur ihre Ankündigung."

WIRKLICHKEIT UND ILLUSION

In einem ersten Kommentar zur ÖBIG-Studie meinte Dr. Ulrich H. Bode, Präsident der Pharmig, heute, Mittwoch, dass die Studie eindrucksvoll die innere Logik jedes modernen Gesundheitswesens bestätige. Danach könne der verständliche Wunsch nach Gesundheit, nach Lebensqualität und nach längerem Leben von einem modernen Gesundheitswesen nicht zurück gewiesen werden. Da aber bei weitem nicht alle Krankheiten heute schon behandelbar seien und viele Leiden in Zukunft auch besser, schneller und wirkungsvoller behandelt werden können, würden die Aufwändungen eines jeden Gesundheitssystems in Zukunft weiter ansteigen müssen. Jede andere Ansicht bezeichnete der Pharmig-Präsident als "Illusion".

So genannte "Sparpakete" könnten daher auch in Zukunft nur Eines bewirken: Dass die Kosten in einem kleinen Segment zwar vorübergehend sinken, aber das so gewonnene Geld sofort wieder in das Gesundheitswesen (z.B. durch den Abbau von Gangbetten) zurück investiert wird. Der einzige echte "Kostentreiber" im Gesundheitssystem sei der Mensch mit seinem natürlichen Anspruch an das Leben. In einem modernen Staatswesen könne diese Tatsache aber nur positiv gesehen werden und keineswegs als vermeidbare und negative Ausgabenentwicklung.

ARZNEIMITTEL HELFEN SPAREN

Die Pharmig, so Dr. Ulrich H. Bode, sehe die Aufgabe der Politik darin, die Einzelleistungen so kostengünstig wie möglich den PatientInnen anzubieten. Dies könne aber in aller Regel durch einen verstärkten Einsatz von innovativen Arzneimitteln geschehen, die die Therapiedauer verkürzen, oder auch belastende und teurere Therapien (z.B. Operationen) vermeiden könnten. Dies sei auch volkswirtschaftlich durch die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit von Nutzen.

GESUNDHEITSAUSGABEN = AUSGABEN, DIE LOHNEN!

Als "Wunsch an's Christkind" formulierte Bode den Appell an die Politiker, das Gesundheitswesen im Sinne der PatientInnen zu modernisieren und Ausgaben für die Gesundheit der Bevölkerung als positive Investitionen zu sehen. Das System dürfe nicht durch kurzsichtige und vorübergehende sog. "Sparpakete" im Bereich der Arzneimittel krank gespart werden. Eine grundlegende und umfassende Reform des Gesundheitswesens, die die Pharmig seit Jahren einfordert, sei daher dringender denn je.

Die Therapieempfehlung für das Gesundheitssystem laute daher für den Teilbereich der Medikamente nämlich "Sparen MIT Arzneimitteln und NICHT BEI Arzneimitteln", betonte der Präsident der Pharmig.

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