RUBBELLOS-AKTION FÜR BEHINDERTENSPORT VON VIZEKANZLERIN ANGEKÜNDIGT Aktuelle Aussprache im Sportausschuss

Wien (PK) - In der Aussprache über aktuelle Fragen wurde im Sportausschuss eine Vielzahl von Themen angesprochen. So wollte S-Abgeordneter Johann Maier eine klare Stellungnahme von der Vizekanzlerin zum neuen Vereinserlass, der mit 1.1.2002 in Kraft treten wird, haben. Abgeordneter Reinhold Lexer (V) interessierte sich für den Behindertensportverband und den Sport beim Militär. Abgeordnete Beate Schasching (S) hinterfragte die Idee, Kinder bis zehn Jahre gratis Schifahren und Schiurlaub machen zu lassen. Die Frage der Abwerbung von Jungtalenten durch einen anderen Verein riss Abgeordneter Werner Miedl (V) an; er bedauerte auch, dass der abgeworbene Verein dagegen keinen Einspruch erheben kann. Dem Thema Schulschikurse widmete sich Abgeordneter Christian Faul (S). Für den TGM-Zweig Sport-Technik interessierte sich Abgeordneter Dieter Brosz (G). Abgeordnete Katharina Pfeffer (S) wünschte Infos über das Bundessportzentrum für Surfen und Segeln in Neusiedl. Ein Anliegen des S-Abgeordneten Peter Wittmann waren der Behindertenspitzensport und die Eckpunkte eines Berufssportgesetzes.

Abgeordneter Hermann Böhacker (F) erläuterte im Zusammenhang mit den Vereinsrichtlinien, dass das Finanzministerium einen Begutachtungsentwurf, der die Bestimmungen - die alten Vereinsrichtlinien sind bereits eineinhalb Jahrzehnte alt - und die Erlässe zusammenfasst. In diesem Entwurf wird auch eine neue und klare Regelung für die Vereinsfeste getroffen, habe doch in der Vergangenheit die Mehrzahl der Vereine ihre Vereinsfeste steuerlich falsch behandelt.

Auch Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer wies darauf hin, dass keine neuen Regelungen geschaffen, sondern die komplizierten Bestimmungen zusammengefasst werden sollen. Es gibt in der Rechtslage keine Veränderung, betonte sie.

Der Behindertensportverband wurde in die BSO aufgenommen unter der Voraussetzung, dass er auf die Zuteilung von Mitteln verzichtet; eine Mittelzuführung könne sie der autonomen BSO nicht vorschreiben. Den von Wittmann vorgebrachten Vorwurf, sie kümmere sich zuwenig um den Behindertensport, wies die Vizekanzlerin zurück und machte zugleich darauf aufmerksam, dass die Spitzensportförderungmittel des Bundes auch für den Behindertensport geöffnet wurden. Zudem wird es eine Rubbellosaktion für den Behindertensport geben, womit man 30 Mill. S diesem Bereich werde zur Verfügung stellen können.

Bezüglich des Sports im Heer habe der Verteidigungsminister zugesichert, es werde zu keiner Verschlechterung kommen, gab Riess-Passer bekannt.

Die Idee, den Kindern Gratis-Schiurlaube zu geben, hielt das Regierungsmitglied für gut und sah darin eine Motivation für Bewegung und Sport sowie eine volkswirtschaftlich kluge Maßnahme. Der Gesetzgeber könne der Wirtschaft aber eine solche Aktion nicht verordnen. Soweit ihr bekannt sei, befinde sich die Tourismus-Staatssekretärin mit den Tourismus-Verantwortlichen im Gespräch.

Bedauert wurde von der Vizekanzlerin, dass in den AHS Diskussionen über die Abhaltung von Schulschikursen entstanden sind, weil sich die Lehrer geweigert haben, diese durchzuführen.

Zu der von Brosz angeschnittenen Frage der Ausländerregelung für die 1. Division meinte Riess-Passer, dabei handle es sich um eine freiwillige Vereinbarung der Bundesliga. Die in Österreich bestehenden Probleme im Nachwuchsbereich müssen in Angriff genommen werden, das setze aber voraus, dass junge Spieler die Chance erhalten, in einem österreichischen Verein zu spielen.

Im Bundesschulzentrum Neusiedl werde eine duale Ausbildung ermöglicht. Es handle sich um ein innovatives Projekt, dessen Gesamtkosten sich auf 45 Mill. S belaufen. 20 Mill. S bringt die Gemeinde Neusiedl durch die Bereitstellung eines Grundstückes auf und die restlichen 25 Mill. S teilen sich das Land Burgenland und der Bund. Die erste Ausbaustufe wird 2002 fertig sein.

Nicht nur Trendsportarten, sondern auch geistige Sportarten wie Schach sollten in der BSO nach Ansicht der Ressortleiterin vertreten sein.

Abgeordneter Peter Wittmann hielt es für zweckmäßig, die Mittel für die BSO aufzustocken und nicht Geld den anderen Sportverbänden wegzunehmen und somit die Sportverbände gegeneinander auszuspielen.

Abgeordneter Reinhold Lexer regte an, der Ausschussobmann möge die BSO ersuchen, den Behindertnsportverband entsprechend zu dotieren.

Zu der versprochenen Enquete über das Berufssportgesetz (Frage des Abgeordneten Johann Maier) meinte Ausschussobmann Udo Grollitsch, vor Weihnachten hätte es keinen Termin mehr dafür gegeben, aber man werde im neuen Jahr, aufbauend auf die Erfahrungen der Dachverbände und der BSO, eine solche parlamentarische Enquete abhalten. (Fortsetzung TO)

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