FORMAT: Beschautierarzt prangert "skandalöse Zustände" am BSE-Schlachthof an

"Es kann passieren, daß verseuchte Tiere übersehen werden"

Wien (OTS) - Jener Beschautierarzt, der Österreichs erste positive BSE-Probe zog und dabei zwei Testbehälter vertauschte, übt massive Kritik am Betreiber des betroffenen Waldviertler Schlachthofes. Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe. "An diesem Schlachthof herrschen schon seit Monaten skandalöse Zustände", so der aus dem Bezirk Zwettl stammende Veterinärmediziner im FORMAT-Interview. Es fehle am nötigen Personal, um alle Arbeiten vorschriftsmäßig durchzuführen. So kämen immer wieder Tiere mit schmutzigem Fell in die Schlachtkette, wodurch auch Schmutz in den Schlachtkörper gerate, zitiert FORMAT das amtliche Aufsichtsorgan. Zudem seien die Desinfektionsbecken meistens mit einer dicken Fettschicht überzogen. Der Tierarzt im Wortlaut: "Es kann durchaus passieren, daß BSE-verseuchte Rinder übersehen werden und in den Handel gelangen." Seine Begründung: Da BSE-Testrinder und Jungtiere nicht blockweise, sondern durcheinander geschlachtet würden, "könnten potentielle BSE-Rinder ihre infektiöse Spuren auf der Gerätschaft hinterlassen", betont der Beschauarzt gegenüber FORMAT. "So könnte Rinderwahn auf jene Kälber und Kühe übertragen werden, die danach geschlachtet und aufgrund ihres geringen Alters nicht getestet werden."

Rückfragen: FORMAT
David Pesendorfer
Tel.: 0699/19525294

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMT/OTS