- 14.12.2001, 21:53:03
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Wiener Gemeinderat (12)=
Akontozahlung, Subvention und Zusatzsubvention für das österreichische Dokumentationsarchiv
Wien, (OTS) GR Johann Hatzl (SPÖ) zeigte sich erschüttert über
die Ablehnung der ÖVP bezüglich der Wehrmachtsausstellung. Politiker,
die dagegen sind, handelten fahrlässig gegenüber der kommenden
Generation. Er hielte es für besser, einen Diskussionsprozess in Gang
zu bringen, bevor bereits im Vorfeld die Ausstellung nicht gezeigt
werde. Auch die heute 65-Jährigen hätten die Zeit des Faschismus
nicht bewusst erlebt. Alle sollten sehen, was es an Menschenhatz gab,
was Faschismus bedeuten kann.
Keiner von uns kennt die neue Ausstellung, betonte GR Dr.
Andreas Salcher (ÖVP). Niemand im Gemeinderat sollte die Entscheidung
treffen, dafür gäbe es Verantwortliche außerhalb.
Die ÖVP stimme mit guten Gründen gegen den Antrag der Grünen,
sagte GR DDr. Bernhard Görg (ÖVP). Verbrechen des Nationalsozialismus
seien nicht zu entschuldigen. Es habe schon einmal eine
Wehrmachtsausstellung gegeben, die von den Medien hochgejubelt wurde,
und dann wegen schwerer historischer und wissenschaftlicher Mängel
zurückgezogen werden musste. Aber nicht die Mängel seien das Argument
dagegen, sondern, dass es noch keinen Betreiber gäbe. Erst müsse ein
Betreiber gefunden werden, der in seinem budgetären Rahmen die
Ausstellung nach Wien holen will. Die ÖVP handle moralisch korrekt.
Erst sollte man wissen, was gemacht werde, und erst dann könne
man eine Entscheidung treffen, argumentierte GR Mag. Harald Stefan
(FPÖ).
Es sei wichtig, sich mit Geschichte zu beschäftigen, sich dafür
zu interessieren, warum viele junge Menschen Parolen nachgelaufen
seien, erklärte GR Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Wenn man Berlin
kritisiere, dann müsse man auch die Koalition im Inland kritisieren.
Er halte die Position der ÖVP für falsch, sagte GR Johann Hatzl
(SPÖ). Wenn es einen Betreiber für die Wehrmachtsausstellung geben
werde, dann werde er die ÖVP daran erinnern, zu ihrem Wort zu stehen
und dem Antrag zuzustimmen.
Abstimmung: Die Akontozahlung für die Stiftung DÖW für das Jahr
2002 in der Höhe von 526.000 Schilling und die Zusatzsubvention für
das Jahr 2001 in der Höhe von 250.000 Schilling wurden mehrheitlich
angenommen. Die Subvention an den Verein DÖW für die Betreuung von
Gedenkstätten in der Höhe von 200.000 Schilling wurde einstimmig
angenommen. Der Antrag der Grünen bezüglich der Wehrmachtsausstellung
wurde mehrheitlich angenommen. (Forts.) rar/rr
Rückfragehinweis: PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
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