• 14.12.2001, 15:14:07
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  • OTS0252 OTW0252

ÖGB-Csörgits: Großer Verbesserungsbedarf bei atypischer Beschäftigung

Selbstzufriedenheit von Minister Bartenstein fehl am Platz

Wien (ÖGB). Heftig reagiert ÖGB-Frauenvorsitzende und
Vizepräsidentin Renate Csörgits auf Minister Bartensteins Aussage,
Teilzeitbeschäftigte seien nicht zu den atypisch Beschäftigten zu
zählen. Csörgits: "Teilzeitbeschäftigte haben, ähnlich wie viele
andere atypisch Beschäftigte, meist nur ein geringes Einkommen und
kaum Aufstiegschancen. Ihre soziale Absicherung ist, als Folge ihres
niedrigen Verdienstes, meist unzureichend." Der ÖGB sei nicht
grundsätzlich gegen atypische Beschäftigungsformen, wohl aber
dagegen, dass die Flexibilisierung allein auf Kosten der
ArbeitnehmerInnen gehe. "Auch bei Teilzeitarbeit gibt es großen
Handlungsbedarf - gerade auch aus Frauensicht", sagt Csörgits.++++

Zum einen seien Verbesserungen für Teilzeitarbeitende selbst
gefordert. "Teilzeit muss auch in qualifizierten Bereichen möglich
sein. Aus- und Weiterbildung muss es im selben Ausmaß für Teilzeit-
wie für Vollzeitbeschäftigte geben. Die Leistung von zusätzlichen
Arbeitsstunden soll - wie bei Vollzeitbeschäftigten - als
zuschlagspflichtige Überstunden angerechnet werden", fordert
Csörgits.

Zum anderen müsse eine Politik betrieben werde, die sicherstelle,
dass Teilzeitarbeit nicht zur Normalarbeitsform für Frauen werde.
"Die familiäre Betreuungsarbeit bleibt damit wieder alleinige
Frauensache. Männer arbeiten Vollzeit - Frauen betreuen die Kinder
und 'dürfen' über Teilzeit was dazuverdienen. Im Alter haben sie
dann, wenn überhaupt, nur eine Mini-Pension. So stelle ich mir den
Stand der Gleichstellung von Frauen im 21. Jahrhundert nicht vor", so
Csörgits. Nötig seien Maßnahmen, die die partnerschaftliche Teilung
der Versorgungsarbeit erleichtern und die Berufstätigkeit der Frauen
fördern. "Die Politik der Bundesregierung geht freilich in eine
andere Richtung. Die Väterkarenz wurde erschwert, für den Ausbau von
Kinderbetreuungseinrichtungen gibt es keine Bundesmittel", kritisiert
Csörgits und fordert Minister Bartenstein und seine
Regierungskollegen auf: "Nicht selbstgefällig zurücklehnen, sondern
die Probleme der atypisch Beschäftigten ernst nehmen!" (mfr)

ÖGB, 14. Dezember 2001 Nr. 1102

Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Mag. Martina Fassler-Ristic
Tel. (01) 534 44/480 DW
Fax.: (01) 533 52 93

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