- 14.12.2001, 10:10:24
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Bartenstein: Euro ist kein Teuro
Bericht der Euro-Preiskommission bestätigt: Es gibt keine Euro-bedingten Inflationsschübe
Wien (BMWA-OTS) - "Es gibt keine Hinweise, dass die bevorstehende
Einführung des Euro-Bargeldes eine Welle der Preiserhöhungen
ausgelöst hätte. Der Euro ist also kein Teuro", stellte
Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein heute
bei einer Pressekonferenz zur Ankunft des "EURO-Trains" auf dem
Wiener Westbahnhof fest. Das werde durch einen Zwischenbericht der
von seinem Ministerium eingesetzten Euro-Preiskommission bestätigt.
Detaillierte Vergleiche der Preisentwicklung in Österreich,
Deutschland und in der Schweiz durch das WIFO hätten nachgewiesen,
dass die Preiserhöhungen in den letzten Wochen und Monaten
hauptsächlich auf außenwirtschaftliche Faktoren (Verteuerung der
Rohstoffe, Wertverlust des Euro gegenüber dem Dollar, schlechte
Ernten, BSE, Maul- und Klauenseuche) zurückzuführen seien. ****
Die wöchentlich durchgeführten Erhebungen für das
Euro-Preisbarometer des Wirtschaftsministeriums geben deutliche
Hinweise, dass der Preiswettbewerb als aktives Wettbewerbsinstrument
genutzt wird, um an Attraktivität gegenüber den Kunden zu gewinnen.
Der Verlauf der Preisveränderungen in den bisher beobachteten 17
Kalenderwochen zeigt durchgehend, dass bei über 90 Prozent der
überprüften Artikel keine Veränderungen von einer Woche auf die
nächste festzustellen ist. Für das Preisbarometer wird die
Preisentwicklung von rund 39.000 Artikeln in 20 ausgewählten
Warenkörben bei Gütern des täglichen Bedarfs auf der Basis der für
ganz Österreich repräsentativen Scanningdaten des Handels erhoben.
Eine Zusammenfassung kann wochenaktuell auf der Website des
Wirtschaftsministeriums - http://www.bmwa.gv.at - abgerufen werden.
Nach dem aktuellen Preisbarometer gab es bei 96,0% der Artikel
keine Preisveränderung, bei 1,3% eine Preiserhöhung, bei 2,7% jedoch
eine Preissenkung. In Ergänzung zu diesem Preisbarometer hat das
Wirtschafts- und Arbeitsministerium nun eine weitere Preisbeobachtung
in speziellen Handelssparten und Dienstleistungsbranchen in Auftrag
gegeben.
Mystery Shopping, empirica Delasasse
Bei konkreten Handels- und Dienstleistungsunternehmen werden die
Preise bestimmter Sachgüter und Leistungen in 4 Wellen beobachtet. In
der Folge wird die Preisentwicklung dieser Sachgüter und Leistungen
mittels eines Index dargestellt und auf der Homepage des Ministeriums
veröffentlicht. Insgesamt werden bei diesem Mystery Shopping über
alle Branchen verteilt die Preise von 110 verschiedenen Produktarten
bzw. Dienstleistungen von 800 bis 900 verschiedenen Artikeln/Marken
in 495 verschiedenen Geschäften beobachtet.
Das bedeutet, dass bei ausgewählten Branchen in beinahe 500
verschiedenen Geschäften in Gesamt-Österreich jeweils ca. 5 Produkte
bzw. Dienstleistungen, insgesamt somit ca. 2500 Preisstellungen
beobachtet werden. Durch die Verteilung auf 800 bis 900 verschiedene
Marken ist eine umfassendende Preisbeobachtung möglich, die beinahe
die gesamte Produktpalette abdeckt. Die erste Erhebung wurde vom 19.
bis 24. November 2001, Kalenderwoche 47 durchgeführt.
Rückgang der Beschwerden
Durch die enge Zusammenarbeit zwischen den Arbeiterkammern und
Wirtschaftskammern der Länder, den regionalen Preisbehörden, dem
Wirtschaftsministerium, dem Justizministerium und den Euro-Hotlines
konnte die Zahl der tatsächlich der Euro-Preiskommission zur Prüfung
vorgelegten Beschwerden im Verhältnis zur Gesamtzahl der Beschwerden
gering gehalten werden. Von den 1.290 Gesamtbeschwerden bisher
mussten weniger als 10% (119) der Euro-Preiskommission zur Prüfung
vorgelegt werden. In einigen Fällen konnten Preisreduktionen
beziehungsweise Richtigstellungen bei der Preisauszeichnung sowie die
Bereitstellung zusätzlicher Kundeninformationen erreicht werden. In
den letzten Wochen ist außerdem ein Rückgang der Beschwerden
festzustellen. Anfangs waren es ca. 20 Beschwerden wöchentlich,
später waren es zwei bis drei wöchentlich.
Österreichs Unternehmer auf den EURO gut vorbereitet
Eine Untersuchung des Europäischen Gallup-Instituts
(Flash-Eurobarometer) vom November 2001 bestätigt, dass
österreichische Unternehmen auf die Euro-Umstellung gut vorbereitet
sind und im europäischen Vergleich an der Spitze liegen:
56 % der österreichischen Unternehmen haben alle für die
Währungsumstellung notwendigen Maßnahmen bereits abgeschlossen.
Österreich liegt damit an erster Stelle, gefolgt von Spanien mit 47
%.
52 % der österreichischen Unternehmer sind auf den 1. März 2002
(Schilling ist nicht mehr gesetzliches Zahlungsmittel) vorbereitet.
Österreich liegt auch hier an erster Stelle, gefolgt von Portugal mit
49 %.
69 % der österreichischen Unternehmer haben bereits einen
detaillierten Aktionsplan für die Währungsumstellung vorbereitet,
Österreich liegt nach Finnland mit 81 % an 2. Stelle, gefolgt von
Spanien mit 52 %.
Rückfragehinweis: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (01) 71100-5108
Presseabteilung: Dr. Harald Hoyer, Tel: (01) 71100-2058
E-Mail: presseabteilung@bmwa.gv.at
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