GATTERER: EINFÜHRUNG DER KARENZ ZUR STERBEBEGLEITUNG IST GRANDIOSER ERFOLG

Vier-Parteien-Einigung auf Ausbau der Hospizdienste, der Palliativmedizin und Einführung der Karenz zur Sterbebegleitung -Parlament erteilt aktiver Sterbehilfe klare Absage

Wien, 13. Dezember 2001 (ÖVP-PK) Ende Mai haben wir uns im Parlament zur Enquete "Solidarität mit unseren Sterbenden - Aspekte einer humanen Sterbebegleitung" eingefunden. Schon damals war diese Veranstaltung von breitem Konsens und einer breiten Einigkeit getragen, dass wir in Österreich den holländischen Weg nicht wollen, sondern einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Sterben. Die im letzten Gesundheitsausschuß getroffene Vier-Parteien-Einigung auf Ausbau der Hospizdienste, der Palliativmedizin und Einführung einer Karenz zur Sterbebegleitung ist ein grandioser Erfolg der Menschlichkeit und ein Zeichen echter Solidarität mit den Sterbenden und Todkranken in unserem Land", freut sich ÖVP-Abg. Edeltraud Gatterer anlässlich der heute im Parlament stattfindenden Debatte über den Entschließungsantrag des Gesundheitsschutzes. ****

Besonders wichtig ist es Gatterer, dass sich auch alle vier Parteien gegen die aktive Sterbehilfe ausgesprochen haben. "Ich bin glücklich, dass wir in dieser Schicksalsfrage, die uns alle betrifft und die Ausdruck unserer Geisteshaltung gegenüber Schwachen, Alten und Kranken ist, in solcher Einigkeit auftreten. Ich würde mir wünschen, dass dies auch als Signal über die Landesgrenzen hinweg aufgenommen wird."

Gatterer hob hervor, dass die österreichische Haltung auch im Einklang mit der Empfehlung des Europarats steht, die auf Basis eines von ihr erarbeiteten Berichts an die 43 Mitgliedsstaaten des Europarats ergangen ist und im Wesentlichen auf den Bereichen Ausbau der Palliativmedizin, Ausbau der Hospizbewegung, Unterstützung und Stärkung der Patientenrechte und absoluter Schutz des Lebens aufbaut und internationale Anerkennung gefunden hat.

"In Österreich sterben jährlich 85.000 Menschen. 81 Prozent davon wollen zu Hause sterben, 83 Prozent möchten ihrem Tod ohne Schmerzen entgegenblicken. Wir sind es den Menschen und ihren Angehörigen und schließlich auch uns selbst schuldig, alles zu tun, dass ein Sterben in Würde, schmerzfrei und nicht allein gelassen möglich ist. Der Ausbau der Schmerzmedizin als Standard in der medizinischen Behandlung, ebenso wie der Ausbau der mobilen oder stationären Hospizeinrichtungen, wie es der Vier-Parteien-Entschließungsantrag vorsieht, sind für mich essentielle Voraussetzungen dafür, dass ein Sterben in Würde und Solidarität mit Sterbenden nicht nur leere Worthülsen sind und den Bedürfnissen der Menschen in unserem Land wirklich entsprochen wird", sagte Gatterer.

Auch den Anliegen der Angehörigen werde in der Vier-Parteien-Einigung Rechnung getragen, betont die Abgeordnete. Mit 2003 soll eine befristete Karenzierungsmöglichkeit zur Begleitung sterbender Angehöriger umgesetzt werden. "Die Karenz zur Sterbebegleitung soll es ihnen ermöglichen, ihre alten und kranken Angehörigen in der letzten Phase zu begleiten, ohne um ihre berufliche Existenz fürchten zu müssen. Der so wichtige Beistand der Familie soll Sterbenden ebenfalls ein letzte Stütze sein. Er soll aber nicht dazu führen, dass Menschen dadurch ihre berufliche Existenz gefährden müssen. Dass diese Personen eine arbeits- und sozialrechtliche Absicherung in dieser schweren Phase haben, war für mich stets ein besonderes Anliegen.", zeigt sich Gatterer zufrieden. (Schluss)

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