"Kleine Zeitung" Kommentar: "Punsch-Erlass" (von Hubert Patterer)

Ausgabe vom 14.12.2001

Graz (OTS) - Kürzlich sangen wir an dieser Stelle dem Heiligen Bürokratius zu Ehren ein Ständlein über den BSE-Probeentnahmeerlass und zupften respektlos seine Blüten. Wie damals geht es auch in unserer heutigen Folge der Reihe "Auf Österreich ist Erlass" um ein auslaufsicheres Einmalgefäß, dessen Inhalt ebenfalls zur Hirnabgabe führen kann: das Punschhäferl.

Beamte des Justizministeriums wollten nicht länger als trockene Gesellen gelten und luden dieser Tage im Innenhof des Ministeriums zu einem Punschnachmittag. So ein Tete a tete unter dem Auge Jusititas ist de jure nicht vorgesehen, also musste ein Erlass her. Penibel legte er die logistische Abwicklung der ministeriellen Punschparty fest. So sei bei den Standln auf ein "gefälliges Äußeres" zu achten. Zu diesem Behufe seien Punschbeauftragte und Punschstandbeauftragte zu nominieren. Der Transport des klebrigen, explosiven Treibstoffs sollte dem starken Geschlecht vorbehalten sein, während sich die Frauen um das Brot zu kümmern hätten, das leichter zu tragen sei.

Der Punsch-Erlass umfasst acht Seiten. Unbestätigten Gerüchten zufolge wurde er unmittelbar nach dem Punschtransport verfasst. ****

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