FSG-Jugendvorsitzende Windpassinger: Gott sei Dank gibt es viele Rinder in Österreich!

Wien (FSG-NÖ). Seit vergangener Woche gibt es den ersten BSE-Fall in Österreich und wir stehen vor einer nationalen Krise. Sofort wurde ein Hof gesperrt, nur leider der falsche. Doch wir Bürger können glücklich sein, unser Bundesminister Herbert Haupt ist sicherlich eine der besten Ansprechpersonen, wenn es um Rinderwahn geht. Eigentlich könnten wir uns alle zufrieden zurücklehnen und auf das Fachwissen des Veterinärs Haupt vertrauen. Wären da nicht noch einige andere Punkte, die mit Rindviechern nur bedingt zu tun haben.++++

Zum Beispiel die Pensionsanpassung, die vom Pensionistenvertreter Karl Blecha als Gesetzesbruch bezeichnet wird, oder die altbekannte Tatsache, dass der Hauptverband der Sozialversicherung mit einer noch nie da gewesenen Anlassgesetzgebung von SP-Vertretern gesäubert wurde. Von allen anderen Grausamkeiten, die das österreichische Volk bis jetzt ertragen musste, ganz zu schweigen. Doch genauso wie scheinbar ein einziges, zugegebenermaßen wichtiges Thema (Temelin) die österreichische Innenpolitik überschattet, reicht scheinbar eine einzelne Kuh, um von all den verübten Grausamkeiten abzulenken. Ein schönes Foto auf der Titelseite auf dem wir unseren Bundesminister Herbert Haupt gemeinsam, in idyllischer Umgebung, mit dem Inhaber des irrtümlich gesperrten Bauernhofes abgebildet sehen, reicht scheinbar aus, um einen neuen heroischen Helden, im Kampf mit dem (Rinder-) Wahn, zu schaffen. Es drängt sich doch die Frage auf was den Österreichern nun wichtiger ist. Das Schicksal aller PensionistInnen, oder eine Kuh im Waldviertel?

FSG, 13. Dezember 2001
Nr. 117

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