EINE FREUNDSCHAFT MIT LANGER TRADITION Besuch einer ungarischen Parlamentarierdelegation im Hohen Haus

Wien (PK) - Österreich - Ungarn: Das ist eine Freundschaft, die sowohl eine lange Tradition auf- wie aktuelle Manifestationen derselben vorzuweisen hat. Das zeigte sich heute beim Besuch einer Gruppe ungarischer Parlamentarier in Hohen Haus, bei der Abgeordnete Maria Rauch-Kallat - die, wie sie sagte, nur 200 Meter von der österreichisch-ungarischen Grenze wohnt - diese alte Freundschaft auch ansprach. Österreich habe die Bestrebungen Ungarns in Richtung Beitritt in die Europäische Gemeinschaft massiv unterstützt, betonte die Abgeordnete. Wie sie meinte auch S-Abgeordneter Emmerich Schwemlein, es bestehe keine Sorge, dass Österreich nach einem EU-Beitritt Ungarns von ungarischen Arbeitskräften überschwemmt werde. Alle bisher erfolgten Erweiterungsschritte der EU hätte gezeigt, dass die Arbeitskräfte in ihren Ländern bleiben, die wirtschaftliche Zusammenarbeit aber ausgeweitet wurde, betonte Schwemlein. Rauch-Kallat wies auf die Chancen hin, die sich für österreichische Arbeitskräfte - insbesondere Schlüsselkräfte - durch den Beitritt Ungarns ergeben.

Die Vorsitzende der österreichisch-ungarischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe, Abgeordnete Ilse Burket (F), würdigte die Geschwindigkeit, mit der Ungarn sich nach dem Ende des Kommunismus auf das westliche Wertesystem umgestellt habe. Aus ihrer Sicht bestehen aber im Zusammenhang mit einem EU-Beitritt Ungarns noch Sorgen hinsichtlich Arbeitsplätze und Landwirtschaft.

Fragen im Zusammenhang mit den EU-Bemühungen Ungarns bestimmten das ganze Gespräch der Parlamentarier beider Länder. Von ungarischer Seite wurden Sorgen im Zusammenhang mit dem noch nicht abgeschlossenen Verkehrskapitel thematisiert. Abgeordneter Schwemlein warb um Verständnis für die Position Österreichs, die von den Erfahrungen des Nord-Süd-Transits und Befürchtungen hinsichtlich einer analogen Entwicklung des Ost-West-Transits geprägt sei. Schwemlein betonte, dass die Vision einer zügigen Erweiterung der EU auch ein vitales Interesse Österreichs darstelle.

Im Zusammenhang mit den Verkehrsproblemen an den Grenzen -kilometerlange Staus - wiesen die ungarischen Gäste darauf hin, dass Ungarn in den letzten Jahren in den Straßenbau wie in den Ausbau der Grenzübergänge enorm investiert habe. Es gebe aber - speziell an der Grenze Ungarns zu Rumänien - Probleme, die zum Teil technischer Natur seien. Ungarn setzt aber Hoffnungen auf eine Verschiebung der Schengen-Grenze nach Osten durch den EU-Beitritt.

Besorgt zeigten sich die Gäste über eine Tendenz, statt eines Beitritts der einzelnen Kandidatenländer je nach deren Fortschritt den gemeinsamen Beitritt der Kandidaten, einschließlich Rumänien und Bulgarien, anzustreben. Ungarn ist bestrebt, die Beitrittsverhandlungen bis Ende kommenden Jahres abzuschließen; die Geschwindigkeit des Abschlusses hänge allerdings nicht von den Kandidaten ab. An den Bemühungen ihres Landes werde sich auch nach den Wahlen im Frühjahr 2002 nichts ändern.

Die ungarische Delegation wurde vom Vorsitzenden der ungarisch-österreichischen parlamentarischen Freundschaftsgruppe, Andras Varkonyi, geleitet. Der Delegation gehörten die Abgeordneten Sandor Arnoth, Laszlo Hajdu und Attila Ughy an. Auf österreichischer Seite nahmen, angeführt von Abgeordneter Ilse Burket (F), ihre KollegInnen Maria Rauch-Kallat, Andrea Wolfmayr und Maria Pecher (alle V) sowie Burkets Fraktionskollege Norbert Steffaneller und Abgeordneter Emmerich Schwemlein (S) teil. Am Nachmittag wohnten die Gäste aus Ungarn der Sitzung des Nationalrats bei. (Schluss)

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