Farthofer: BSE - Landwirte vor allem Opfer von Fehlern in der Vergangenheit

Kontrollen intensivieren, Landwirtschaftsförderung nach biologischer und nachhaltiger Nahrungsmittelproduktion ausrichten

St. Pölten, (SPI) - "Unsere Bauern sind beim jüngsten BSE-Fall in Österreich vor allem auch Opfer von Fehlern der Agrarpolitik in der Vergangenheit. So war die Verfütterung von Tiermehl in der Tierzucht bis vor wenigen Jahren keine Besonderheit, das Verbot einer derartigen artfremden Fütterung ist erst wenige Monate alt. Bei einer BSE-Inkubationszeit von einigen Jahren kann man unsere Bauern nicht heute allein für das verantwortlich machen, was damals, sicher auch aufgrund einer fehlgeleiteten Agrarpolitik, schief gelaufen ist", so der Landwirtschaftssprecher der NÖ Sozialdemokraten, LAbg. Erich Farthofer, zur heutigen BSE-Information des NÖ Agrarlandesrates vor dem NÖ Landtag.****

Österreich ist keine Insel der Seligen. Wir können den Konsumenten nur dann eine Versorgung mit gesunden Nahrungsmittel und den Bauern ein entsprechendes Einkommen sichern, wenn wir auf unsere wirklichen Stärken setzen. Diese sind eine biologisch verträgliche und nachhaltige Landwirtschaft, eine artgerechte Tierzucht und strenge und vor allem flächendeckende Kontrollen betreffend der Produktion und der Verwendung illegaler Futtermittel, Medikamenten und anderer Zusätze. Dafür müssen aber auch die notwendigen Einrichtungen, wie Lebensmittelkontrolle, Tierärzte und Untersuchungslabors, mit entsprechendem Personal und Finanzmitteln ausgestattet sein. "Eine Privatisierung derartiger Kontrollen und Einrichtung ist sicher nicht zielführend und untergräbt die Unabhängigkeit der Kontrollen. Der erste BSE-Fall in Österreich sollte daher auch Anlass sein, Privatisierungsexperimente in diesem Bereich strikt zu unterlassen und die Kontrollen auszubauen, anstatt sie durch Kürzungen auszuhöhlen", so Farthofer.

"Abschließend sei gesagt, dass sicher kein Grund zur Verunsicherung bei den Konsumenten besteht. Wir dürfen nicht durch neues Misstrauen die Lage am Rindfleischmarkt wieder verschärfen, zumal es erst in den vergangenen Monaten gelungen ist, durch wirklich positive Maßnahmen das Vertrauen der Konsumenten in die österreichische Tierzucht und den Rindfleischmarkt wieder zu stärken und damit den mit massiven Einkommensverlusten kämpfenden Bauern wieder Hoffnung zu geben", so Farthofer abschließend.
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