Tourismus: Sozialpartnereinigung bringt 2060 zusätzliche Saisonniers

Schenner: "Wesentliche Entspannung der Arbeitsmarktlage vor Saisonbeginn" - Treffsicherheit der Vermittlung soll weiter verbessert werden

Wien (PWK904) - Die Tourismuswirtschaft begrüßt den vorliegenden Verordnungsentwurf, wonach das Saisonnierkontingent für den Wintertourismus von bisher 6.740 um 2.060 Personen aufgestockt wird. "Die zusätzlichen Mitarbeiter werden von der Branche dringend gebraucht. Insgesamt bringt diese Sozialpartnereinigung auf Landesebene eine wesentliche Entspannung der Situation vor Saisonbeginn. Alle Anzeichen deuten ja auf eine gute Wintersaison hin", erklärte der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft Komm.Rat Johann Schenner. Für seine Bereitschaft, den Wünschen der Wirtschaft entgegenzukommen, sei Wirtschaftsminister Martin Bartenstein besonders zu danken.

Ein gestern stattgefundenes Expertengespräch mit Spitzenvertretern des Arbeitsmarkservice (AMS) hat bestätigt, dass der von der Tourismuswirtschaft angegebene Bedarf zurecht besteht, berichtet Schenner. Angesichts der vorliegenden Auswertung der aktuellsten Arbeitslosenstatistik vom 11. Dezember relativiert sich der von Gewerkschaftsseite erhobene Vorwurf einer "Rekordarbeitslosigkeit im Tourismus". Eine genaue Analyse hat ergeben, dass von 36.187 arbeitslos gemeldeten Personen die überwiegende Zahl eine Einstellzusage besitzt und ab Weihnachten die Arbeit bei ihrem künftigen Dienstgeber aufnehmen wird. Eine nicht unerhebliche Zahl von Personen steht aufgrund von diversen Einschränkungen dem Arbeitsmarkt unmittelbar nicht zur Verfügung.

Letztendlich steht der Zahl vermittelbarer Personen dieselbe Zahl offener Stellen gegenüber. Über 5.000 Arbeitsuchende sind allein in Ostösterreich gemeldet, womit sich trotz der Vermittelbarkeit Fragen der Mobilität ergeben. In allen Fällen ist auch die berufliche Qualifikation zu bedenken.

Als aktuelles Beispiel für überregionale Ost-West-Vermittlung führt AMS-Vorstand Mag. Herbert Böhm die soeben durchgeführten Jobbörsen in Niederösterreich und Wien an, die seitens der Unternehmen und der eingeladenen Arbeitsuchenden als sehr erfolgreich beurteilt wurden.

Seitens des AMS wurde an die Arbeitgeber der Wunsch nach klareren und einheitlichen Job-Profilen herangetragen. Nicht zuletzt zur Unterstützung der europäischen Vermittlung sollen die Arbeitgeber attraktivere Stellenbeschreibungen liefern. Auch wollen beide Seiten an der Imageverbesserung der Branche arbeiten. All die Maßnahmen sollen zu einer schnelleren Vermittlung beitragen, sei doch gerade in einer saisonalen Branche wie im Tourismus die Vermittlungsgeschwindigkeit von besonderer Wichtigkeit.

Die kleinen und mittleren Unternehmen der Branche könnten sich zu Qualifizierungsverbünden zusammenschließen und damit auch Förderungsmittel des ESF (Europäischer Sozialfonds) in Anspruch nehmen. Die Schulung der Beschäftigten zu Saisonende könne auch als Beitrag zur Saisonverlängerung gesehen werden.

"Wir haben versucht, Problemlösungen zu finden, sind uns aber im Klaren, dass all diese Anstrengungen nicht kurzfristig greifen können" , betont Schenner. AMS-Vorstand Mag. Böhm meinte, dass über die diskutierten Maßnahmen nur ein geringes zusätzliches Potential an Arbeitskräften ansprechbar sei: "Verbesserungen sind möglich. Aber wir dürfen uns keine Illusionen machen". Die ständigen Kontakte zwischen Wirtschaft, AMS und Gewerkschaft, vor allem auf Landesebene, sollen weiter ausgebaut werden.

Eines der Anliegen der Tourismuswirtschaft ist die Förderung des Abschlusses bilateraler Praktikantenabkommen mit der Slowakei, Tschechien, Polen, Kroatien und Slowenien.

Schenner unterstrich abschließend, dass der Tourismus eine wesentlich bessere Entwicklung der Arbeitslosenzahlen als die Gesamtwirtschaft erlebt. So erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Tourismus im November 2001 nur um 3,8 %, was deutlich unter dem Gesamtdurchschnitt liegt. (hp)

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