Caritas zur Niederlassungsverordnung 2002: Leider kein Leistungsnachweis für Familienland Österreich

Wien, (13.12.2001 OTS) Ausländische Familien bekommen durch die Niederlassungsverordnung 2002 keine bessere Chancen auf ein Zusammenleben. "Wieder ist ein Jahr vergangen, ohne dass den Versprechungen der Politiker auch Taten gefolgt wären", kommentiert Caritas-Präsident Franz Küberl die Verordnung und kritisiert besonders, dass es keine Verbesserungen für den Nachzug von Familienangehörigen gibt. 11.800 Personen, vor allem Frauen und Kinder, stehen derzeit auf der Warteliste. Bei einer Quote von 5.490 Plätzen bedeutet das weiterhin eine Wartezeit von zwei bis vier Jahren, bis sie endlich wieder ein gemeinsames Leben verbringen dürfen. Die Verantwortlichen behindern die Integration bereits hier niedergelassener AusländerInnen, gefährden ihre Ehen und erschweren die Beziehung zwischen den Eltern und ihren Kindern. "Das ist kein Leistungsnachweis für das 'Familienland' Österreich", betont Küberl.

Auch die Quote für "Sonstige Erwerbstätige" ist nach Erfahrung
der Caritas viel zu niedrig und eng gefasst. "Mit dieser geringen Quote sind menschliche Härtefälle und ein neuer Stau vorprogrammiert", warnt Küberl. "Die 495 Plätze reichen nicht aus, um alle, die diese Quote benötigen, auch darin unterzubringen. Ich denke an eine Reihe weiterhin schutzbedürftiger Kosovo-Flüchtlinge, die nicht zurück können und nächstes Jahr ihren provisorischen Aufenthaltstitel in eine Niederlassungsbewilligung überleiten müssen." Das bedeutet, dass Menschen jahrelang im Wartesaal des Schicksals gehalten werden.

Kritisch sieht die Caritas aber auch die Quote für Saisonarbeitskräfte und Erntehelfer, die in den letzten Jahren kontinuierlich angehoben wurde. "Die Quote der Saisoniers und Erntehelfer produziert Arbeitnehmer zweiter Klasse, denen wesentliche Rechte vorenthalten sind. Stattdessen wäre eine zeitgemäße Zuwanderungspolitik notwendig", fordert Küberl.

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