RASINGER: NEBEN DER SANFTEN GEBURT MUSS ES AUCH EIN SANFTES STERBEN GEBEN

Vier-Parteien-Einigung gegen Euthanasie und für Ausbau der Hospize und der Schmerztherapie im Parlament

Wien, 13. Dezember 2001 (ÖVP-PK) Neben der "sanften Geburt" muss es auch ein "sanftes Sterben" geben. Ich finde es unmenschlich, dass Menschen mit starken Schmerzen oft völlig einsam und abgeschoben in einem Kammerl sterben müssen. Die im letzten Gesundheitsausschuss getroffene Vier-Parteien-Einigung zur Sterbebegleitung ist daher ein großer Schritt in der Sterbebegleitung, mit dem den Erkenntnissen der Parlamentarischen Enquete "Solidarität mit unseren Sterbenden -Aspekte einer humanen Sterbebegleitung in Österreich" vom 29. Mai voll Rechnung getragen werden. Das sagte heute, Donnerstag, der stellvertretende Obmann im Gesundheitsausschuss, ÖVP-Gesundheitssprecher Dr. Erwin Rasinger, anlässlich der am Nachmittag stattfindenden Nationalrats-Debatte über den Entschließungsantrag zur Sterbebegleitung des Gesundheitsausschusses. ****

Der Gesundheitssprecher hob hervor, dass die ÖVP gemeinsam mit dem Hospizwesen und der Caritas wesentlich zu dieser Einigung, die eine ablehnende Haltung gegen die "aktive Sterbehilfe" (Euthanasie) beinhaltet, beigetragen habe. Rasinger verwies in diesem Zusammenhang auf die Kärntner ÖVP-Abgeordnete Edeltraud Gatterer, die sich in einem vielbeachteten internationalen Bericht klar gegen die Zulassung der Sterbehilfe wie in Holland oder Belgien ausgesprochen hatte. In Holland sterben jährlich 3.200 Personen - einer Dunkelziffer zufolge sogar 5.200 Personen - durch aktive Sterbehilfe (Euthanasie); das sind vier Prozent aller Todesfälle, erläuterte der Gesundheitspolitiker.

"Jeder weiß, dass ökonomische Zwänge bei den Befürwortern der aktiven Sterbehilfe sehr wohl im Vordergrund stehen. Schließlich fallen im letzten halben Lebensjahr 50 Prozent aller Gesundheitskosten an. Die vordergründige 'Barmherzigkeit' vieler Angehöriger hat sehr oft finanzielle (Erbschafts-)Überlegungen". Wo "aktive Sterbehilfe" betrieben werde, gebe es zudem auch keine Patienten, für die Hospize notwendig seien, so Rasinger.

In Österreich herrsche politischer Konsens darüber, dass würdevolles Sterben eine menschlich kompetente Sterbebegleitung verlange und dass umfangreiche Maßnahmen für die Verbesserung der Bedingungen für die Sterbebegleitung gesetzt werden sollten. Ein österreichweiter Hospizplan soll nun ein "sanftes würdiges Sterben" in Österreich ermöglichen. Der Politiker wies darauf hin, dass jährlich in Österreich ungefähr 85.000 Menschen sterben. 400.000 Personen seien dadurch mit dem Sterben konfrontiert. Etwa 57.000 Menschen sterben nach wie vor in Spitälern und Pflegeheimen; deshalb müsse unsere Sorge um ein würdiges Sterben, um eine gute letzte Lebensphase vor allem auch an diesen Orten ansetzen.

Rasinger begrüßte den Beschluss, flächendeckend 275 Hospizbetten einzurichten, deren Mittel durch die LKF-Finanzierung sichergestellt seien. Außerdem soll es auch zusätzliche mobile Hospize geben. Der Abgeordnete wies darauf hin, dass sich der Wirtschaftsminister und auch ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl bereits massiv für ein Modell einer Karenzierung zur Betreuung Sterbender einsetzen. Die Wissenschaftsministerin soll zudem Aktivitäten der Medizinischen Fakultäten zur Schaffung von Professuren für Palliativmedizin, Schmerztherapie und Geriatrie aktiv unterstützen.
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