Der Bundesobmann des Österreichischen Seniorenbundes: Stefan Knafl: Gedanken zum Jahreswechsel

Wien (OTS) - In diesen Tagen findet eine intensive Diskussion über Pensionen statt. Dabei werden immer wieder die Senioren für die Finanzierungsprobleme unseres Pensionssystems verantwortlich gemacht. Damit muss Schluss sein! Nicht bei den jetzt in Pension befindlichen Pensionisten und Pensionistinnen ist die Ursache zu suchen, sondern bei jenen politisch Verantwortlichen, die es in den letzten Jahren verabsäumt haben auf die gewaltigen Veränderungen der Altersstruktur zeitgerecht zu reagieren. Es müsse zu einer wirklichen Reform des Pensionssystems kommen, damit endlich die vorhandenen Strukturprobleme, wie z.B. die Tatsache, dass der jährliche Pensionsaufwand alleine dadurch um 1,5% steigt, indem niedrigere Altpensionen wegfallen und um ein Drittel höhere Neupensionen hinzukommen, in den Griff gebracht werden. Außerdem ist für die jährliche Pensionsanpassung eine für die Betroffenen verständliche Form zu schaffen, erklärte Knafl.

Erfreulich ist, dass durch eine Änderung des Kriegsgefangenenentschädigungs-gesetzes ab 1.1.2002 nun endlich auch Gefangene der Westalliierten eine Entschädigung erhalten. Knafl: "Ich habe diese ungleiche Behandlung zwischen Ost- und Westgefangenen von allem Anfang aufgezeigt und es ist sehr positiv, dass die Bundesregierung dem Nationalrat einen entsprechenden Gesetzesentwurf zugeleitet hat".

Im Rahmen der Pensionsverhandlungen ist als Teilerfolg zu verzeichnen, dass zum ursprünglichen Angebot von 4,8 Milliarden Schilling noch weitere 1,3 Milliarden Schilling zusätzlich erreicht werden konnten. Daneben fordert Knafl aber nach wie vor eine Ergänzung zur Pensionsanpassung zur Beseitigung einer sozialen Ungerechtigkeit. Die Ausgleichszulage für Ehepaare ist auf 12.857.-- zu erhöhen, um die im nationalen Aktionsplan der Bundesregierung zur Armutsbekämpfung festgelegte Armutsgefährdungsschwelle im wesentlichen zu erreichen. Eine bloße Erhöhung um 2,9% reicht - im Gegensatz zur Ausgleichszulage für Alleinstehende, hier wird 2002 die Armutsgefährdungsschwelle überschritten - nicht aus. Der bisher von den Pensionisten zu leistende Betrag ist beachtlich und wird von keiner anderen gesellschaftlichen Gruppe in gleichem Maße gefordert und erbracht.

Der Österreichische Seniorenbund bekennt sich zu dem von der Bundesregierung eingeschlagenen Weg einer Budgetsanierung und des Nulldefizits. Aber es darf im Rahmen der notwendigen Generationensolidarität keine Gruppe übermäßig belastet werden, so Knafl.

"Zum Jahreswechsel möchte ich mich besonders bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Seniorenbundes für die in den Gemeinden, Bezirken und Bundesländern auch in diesem Jahr wieder so erfolgreich geleistete Arbeit bedanken und Ihnen und Ihren Angehörigen sowie allen Seniorinnen und Senioren Frohe Weihnachten und ein Glückliches Neues Jahr wünschen", betonte Knafl abschließend.

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