ÖGB verabschiedete sich von Anton Benya

Verzetnitsch: "Niemand wird Anton Benya vergessen"

Wien (ÖGB). In einer Trauersitzung gedachte heute früh der ÖGB-Bundesvorstand in der ÖGB-Zentrale gemeinsam mit den Familienmitgliedern Anton Benyas seines in der Vorwoche verstorbenen ÖGB-Altpräsidenten. In einem Videofilm wurde den Trauergästen das Wirken des 1912 geborenen Benyas ein letztes Mal gezeigt. ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch sagte, "Benya ist ein Stück österreichische Geschichte - wir nehmen an jener Stätte von ihm Abschied, wo er jahrzehntelang gewirkt hat."++++

"Anton Benya war Anker der Gewerkschaftsbewegung, ein Förderer der Jugend, ein streitbarer Geist, wenn es um Fragen der Mitbestimmung oder die Maschinensteuer ging. Er kämpfte für die Facharbeit und es war kein Zufall, dass anlässlich seines 60. Geburtstages der 'Anton-Benya-Fonds' in Anerkennung der Facharbeit gegründet wurde", sagte Verzetnitsch in seiner Trauerrede.

Verzetnitsch erinnerte an die legendäre Entwicklung der Sozial- und Wirtschaftspolitik unter der Ära Benyas. "Es ist die Tragik der Geschichte, dass es solcher Anlässe bedarf, um dies immer wieder zu verteidigen. Wirtschaftliche und soziale Erfolge kommen nicht von selbst. Es bedarf dazu Menschen, die überzeugen und Grundsätzen treu bleiben - all das traf auf Benya zu", sagte Verzetnitsch. Benya hatte seine Wurzeln zwar klar in der Sozialdemokratie, er verstand es aber stets, mit Toleranz, Ausgleich und Achtung den ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen in den Vordergrund zu stellen. Für Benya stand immer der Mensch im Mittelpunkt und dies habe Benya bis zuletzt wahrgenommen. Bekannt war auch sein Großmut bei Unterstützungen. Was immer man ihm vorschlug, er gab immer mehr.

"Das Wirken Benyas ist die Geschichte des Kampfes für die Rechte der Unterdrückten, für soziale Gerechtigkeit, für Demokratie und für sozialen Fortschritt. Ich habe in Benya einen persönlichen Freund gefunden, mit dem man offen, kritisch und anregend reden konnte, ohne alles in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Eine Freundschaft, die jedem von uns zur Ehre gereicht. Niemand wird Anton Benya vergessen", schloss Verzetnitsch.

Hilde Seiler, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende von 1983 bis 1991, würdigte in ihrer sehr persönlich gehaltenen Rede den Menschen Anton Benya. "Benya hatte die Gabe, auf Menschen zuzugehen. Seine Natürlichkeit, aber auch seine Kollegialität haben mich tief beeindruckt. Ich bin dankbar, dass ich die Chance hatte, ihn kennen zu lernen und dass ich mit ihm vier Jahre im ÖGB-Präsidium zusammenarbeiten durfte", sagte Seiler. (ew/mfr)

ÖGB, 13. Dezember 2001
Nr. 1090

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