Sozialpartner würdigen Verdienste Anton Benyas

Sein Name wird für uns immer mit Geradlinigkeit, Charakterfestigkeit und Handschlagqualität verbunden bleiben

Wien. Die Sozialpartner - Wirtschaftkammer, Landwirtschaftkammer, Arbeiterkammer und Österreichischer Gewerkschaftsbund - verabschieden sich von Anton Benya und würdigen seine Verdienste um die Republik Österreich und den sozialen Frieden im Land. "Er hat die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik entscheidend mitgestaltet und wurde so selbst ein Teil der österreichischen Geschichte. Benyas Name wird mit dem sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg Österreichs nach 1945 verbunden bleiben." ++++

Gemeinsam mit dem früheren Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreichs Rudolf Sallinger stand Anton Benya für die österreichische Sozialpartnerschaft, für eine Politik des Miteinanders und nicht des Gegeneinanders. "Benya ist vierkantig, er ist hart, er ist gelegentlich sogar grob. Aber er ist nicht unflexibel, nicht einsichtslos und niemals ohne gesamtgesellschaftliches Verantwortungsgefühl", mit diesen Worten beschrieb Rudolf Sallinger im Februar 1975 in einem Zeitungsinterview sein früheres Pendant in der Sozialpartnerschaft - ÖGB-Präsident Anton Benya. Benyas politischer Kurs war stets von Geradlinigkeit, Konsequenz, verbunden mit der Fähigkeit, mit Andersdenkenden sachlich zu verhandeln, geprägt. Anton Benya hat die Entwicklung der zweiten Republik entscheidend mitbestimmt. Gemeinsam mit Rudolf Sallinger war er entscheidend am Aufschwung Österreichs beteiligt. Viele Errungenschaften, die wir heute bereits als selbstverständlich hinnehmen, wären ohne den Einsatz der Sozialpartner Benya und Sallinger nicht möglich gewesen.

Benyas erstes Credo war stets: "Die miteinander wollen, müssen auch miteinander reden". Anton Benya wurde von dem, was er erlebt hat, stark geprägt. Seine Grundsatztreue, sein unbeirrtes Eintreten für die Interessen der arbeitenden Menschen, hat seine Wurzeln in der Ersten Republik. Sein "Nie mehr Massenarbeitslosigkeit" war die Triebfeder gewerkschaftlicher Arbeit. Er prägte den Slogan "Vollbeschäftigung hat Vorrang". Wenn jemand den Titel "Vertrauensmann" verdient hat, dann Anton Benya.

"Mit Anton Benya ist ein Politiker mit Handschlagqualität und eine Symbolfigur der Sozialpartnerschaft von uns gegangen. Seine Ära zeigt uns, wie eng die Entwicklung unseres Landes mit der Sozialpartnerschaft zusammenhängt. Dieses Österreich, auf das wir alle stolz sind, hätte ohne sein Mitwirken anders ausgesehen. Wenn auch die heutige Sozialpartnerschaft vor neuen Herausforderungen steht, werden wir alles daran setzen das Erbe und Vermächtnis Anton Benyas fortzuführen und weiter versuchen durch den Weg des Dialogs den sozialen Frieden in unserem Land zu sichern", erklärten die Spitzen der Sozialpartner, Fritz Verzetnitsch, Herbert Tumpel, Rudolf Schwarzböck und Christoph Leitl.

Wien, 13. Dezember 2001
Nr. 1089

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