Sima: Erster BSE-Fall wurzelt in Versäumnissen der Vergangenheit

Einhaltung des Tiermehlverbots zu wenig kontrolliert

Wien (SK) "Es steht zu befürchten, dass sich der erste BSE-Fall in Österreich als eine Folge der Versäumnisse aus der Vergangenheit erweist", erklärte SPÖ-Umweltsprecherin Ulli
Sima am Mittwoch vor dem Nationalrat. Obwohl die genaue
Ursache des BSE-Falls derzeit noch nicht geklärt sei, liege
die Vermutung nahe, dass es sich um eine Übertragung durch mit Tiermehl kontaminierte Futtermittel handle. Für diese These sprechen zwei Tatsachen, erläuterte Sima: Zum einen werde
seitens der Wissenschaft die Übertragung von BSE durch die Futtermittel als die wahrscheinlichste Variante angesehen und
zum zweiten habe das Tiermehlfütterungsverbot in Österreich
nicht zu hundert Prozent gegriffen. Sima zeigte sich
"persönlich erschüttert", dass bei den in den letzten Jahren durchgeführten Untersuchungen von Futtermitteln für Widerkäuer
in neun Prozent aller Proben - Tendenz steigend -
Tiermehlspuren gefunden worden seien. "Warum haben da bei
ihnen nicht die Alarmglocken geläutet?" fragte Sima in
Richtung Molterer.****

Bei der Untersuchung der Rinderfuttermittel der letzten
drei Jahre hat es insgesamt nur 437 Probenziehungen gegeben.
Dazu merkte Sima an: "Angesichts der Rinderanzahl in
Österreich ist das keine Zahl, die mich vom Hocker reißt."
Aber wenigstens sei man, auf eine Anfrage hin, vom Landwirtschaftsministerium über die Anzahl der Proben
informiert worden - was man vom Sozialministerium nicht
behaupten könne, so Sima. Warum man seitens des
Sozialministeriums, das für die Probenziehung bei den Bauern
vor Ort zuständig sei, keine Antwort auf die Anfrage nach der Anzahl der Proben bekommen habe, legt für Sima zwei mögliche Antworten nahe: "Entweder die Kontrollen sind schlichtweg
nicht erfasst worden, oder es hat gar keine Kontrollen
gegeben."

Als äußerst bedenklich wertete Sima die Tatsache, dass es sich bei den aufgetretenen Kontaminierungen der Futtermittel
nicht um zufällige Verschmutzungen handle. Die Verschmutzungen seien vielmehr systemimmanent, und durch die österreichische Futtermittelproduktion selbst bedingt. "Natürlich handelt es
sich bei den gefundenen Kontaminierungen nur um sehr geringe Mengen", merkte Sima an - gab jedoch zu bedenken, dass bei dem derzeitigen Wissen über BSE jede noch so kleine Kontamination
ernst genommen werden müsse.

Abschließend wies Sima noch auf einen Inspektionsbericht der EU-Kommission hin, die im Rahmen einer Kontrolle der Vorkehrungen, die von den Ländern gegen BSE getroffen werden, Österreich eine satte Rüge erteilt habe.(Schluss)lm

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