Pittermann präsentiert den Wiener Gesundheitsbericht 2001 (2)

Demographie

Wien, (OTS) Am 31.12.2000 betrug die Wiener Wohnbevölkerung rund 1,615.000 Personen, davon waren 52,4 Prozent weiblichen Geschlechts. Im Vergleich zu den 70er Jahren lässt sich eine Verjüngung der Wiener Bevölkerung erkennen. Diese ist durch das Erreichen des Reproduktionsalters der Baby-Boom-Generation, aber auch durch die verstärkte Zuwanderung vor allem zwischen 1988 und 1993 bedingt (Ursache: Ostöffnung, Kriege im ehemaligen Jugoslawien, Bedarf an billigen Arbeitskräften). In Wien lebende AusländerInnen sind zu 73 Prozent jünger als 45 Jahre, die Wiener Gesamtbevölkerung jedoch nur zu 58 Prozent.

Eine positive Entwicklung verzeichneten im Jahr 2000 wiederum sowohl die Säuglingssterblichkeit als auch die Lebenserwartung: Die Säuglingssterblichkeit von 5,1 pro 1.000 Lebendgeborene bedeutete für Wien den zweitniedrigsten bisher je erzielten Wert. Die Lebenserwartung lag 2000 in Wien für Frauen bei 80,4 Jahren, für Männer bei 74,7 Jahren. Damit nahm die Lebenserwartung gegenüber dem Vorjahr wiederum zu: bei Frauen um 0,3 Jahre und bei Männern um 0,4 Jahre.

Epidemiologie

Im Jahr 2000 konnte ein leichter Rückgang der gemeldeten, anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten (ohne Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten und AIDS) festgestellt werden (-3 %). Den weitaus größten Teil nahmen - wie immer - die bakteriellen Lebensmittelvergiftungen ein, die v.a. durch Campylobacter- und Salmonellen-Infektionen verursacht wurden.

In Wien leben derzeit rund 1.200 an Tuberkulose erkrankte Personen, wobei mehr Männer als Frauen von dieser Krankheit betroffen sind. 2000 wurden 402 Neuerkrankungen (24,9 Fälle auf 100.000 EinwohnerInnen) registriert, was im Vergleich zu den Vorjahren einen leichten Rückgang bedeutet. Die größten Risikogruppen stellen sozial schwache Bevölkerungsgruppen wie AusländerInnen, AlkoholikerInnen und Obdachlose dar.

In Österreich beläuft sich die Anzahl der HIV-Infizierten auf ca. 12.000 bis 15.000, etwa die Hälfte davon lebt in Wien. Bei den HIV-Neuinfektionen ist - v.a. durch die Zunahme der Neuinfektionen bei Heterosexuellen - ein Anstieg zu verzeichnen. Trotz der Zunahme der HIV-Infektionen ist in Österreich bei den AIDS-Neuerkrankungen gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um rund ein Fünftel auf 75 Fälle festzustellen (Folge der antiretroviralen Therapie). Mittlerweile wird ein Drittel aller AIDS-Neuerkrankungen durch heterosexuelle Kontakte übertragen, bei Frauen sogar mehr als die Hälfte. Im Jahr 2000 erkrankten 13 Personen an AIDS (12 Männer und 1 Frau), 14 Personen starben an den Folgen dieser Krankheit. Damit erreichten die Neuerkrankungen an AIDS im Jahr 2000 den niedrigsten Wert seit 1986. 1998 erkrankten 3.552 Wienerinnen und 3.579 Wiener an Krebs. Die Inzidenzrate pro 100.000 Einwohner betrug 1998 bei Frauen 288, jene von Männern 453. An erster Stelle der Krebslokalisationen steht Darmkrebs, mit geringem Abstand gefolgt von den bösartigen Neubildungen im Bereich der Atmungsorgane (v.a. Lunge). Bei Wiener Frauen zeigen sich in diesem Zeitraum deutliche Rückgänge bei Magen-, Darm-, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs; eine Zunahme von 41 Prozent weist jedoch die Lungenkrebserkrankungsrate auf. Diese ist durch das veränderte Rauchverhalten der Frauen erklärbar.

Bei mehr als der Hälfte (54 %) der rund 18.000 verstorbenen Wienerinnen und Wiener im Jahr 2000 wurde als Todesursache eine Herz-Kreislauf-Erkrankung angegeben. Am zweithäufigsten werden von der Mortalitätsstatistik Krebserkrankungen ausgewiesen (24 %). An weiterer Stelle folgen - insgesamt sowie bei der männlichen Bevölkerung - Unfälle, Vergiftungen und Gewalteinwirkungen, bei der weiblichen Bevölkerung hingegen Krankheiten der Atmungsorgane.

Gesundheit von Kindern und Jugendlichen

Seit 1998 werden die empfohlenen Impfungen bei Wiener Kindern (bis zum 15. Lebensjahr) gratis durchgeführt. Eine Berechnung der Durchimpfung ausgewählter Impfungen bei Kindern des Geburtsjahrganges 1998 ergab folgende Ergebnisse: Masern-Mumps-Röteln-Impfung: 84,5 %; Hämophilus influenzae b-Impfung: 75,8 %; Hepatitis B-Impfung, die erst seit 1998 allgemein empfohlen wurde: 46,9 %. Für die Kinder des Geburtsjahrganges 1999 wurden folgende Durchimpfungsraten berechnet:
Diphtherie - Tetanus - Pertussis Kombination: 91,7 %; Kinderlähmungsimpfung: 81 %; Hämophilus influenzae b-Impfung: 91,6 %; Hepatitis B-Impfung: 51,6 %.
Die orthopädische Untersuchung an Wiener PflichtschülerInnen im Schuljahr 2000/01 im Alter von 6 bis 10 Jahren zeigt, dass 35 Prozent der untersuchten Kinder Haltungsfehler aufweisen. Diesen Kindern wurde die Teilnahme am Haltungsturnen empfohlen. 32 von 100 untersuchten Kindern weisen Wirbelsäulenanomalien und 29 von 100 Kindern Bein- und Fußanomalien auf. Die häufigsten Wirbelsäulenanomalien sind Hohlrücken (Hohlkreuz), Rundrücken und so genannte Flügelschultern. Im Rahmen dieser Untersuchungen wurde zudem bei rund 10 Prozent der Kinder Übergewicht festgestellt.
82,5 Prozent der Wiener Jungmänner wurden bei den Stellungsuntersuchungen 2000 für tauglich befunden. Allerdings wurde bei drei Viertel aller Untersuchten mindestens eine Störung bzw. Erkrankung diagnostiziert. Die meisten Befunde betrafen die Bereiche "Skelett, Muskeln und Bindegewebe" (18 %) und "Augen" (13 %). Aber auch Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten traten häufig auf (12 %).

Gesundheitsvorsorge

In Wien ließen im Jahr 2000 über 105.000 Personen eine Gesundenvorsorgeuntersuchung durchführen. Dies bedeutet einen Anstieg um 3,8 Prozent gegenüber 1999, womit sich der Trend der Vorjahre fortsetzt. Die Ergebnisse der durchgeführten Vorsorgeuntersuchungen zeigen, dass nach wie vor erhöhte Blutfettwerte (und damit erhöhte Risikofaktoren für Arteriosklerose) sowie Übergewicht, pathologische Lungenfunktion, Leberzellschäden und erhöhte Harnsäurewerte (Risiko für Gicht) die häufigsten Diagnosen darstellen. Übergewichtig sind nahezu zwei Drittel der Untersuchten. Durchwegs sind Männer von Gewichtsproblemen stärker betroffen als Frauen. (Schluss) uls

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