Bauernvertretung zu BSE: Konsumenten vertrauen auf Kontrollen

Schwarzböck: Kritik an Wortwahl der Tierärztekammer

Wien, 12. Dezember 2001 (AIZ). - "Die österreichischen Verbraucher haben nach dem Auftreten des ersten BSE-Falles sehr ruhig reagiert. Bisher ist es zu keinem Konsumrückgang auf Grund der BSE-Diskussion gekommen. Auf Grund der flächendeckenden BSE-Tests und eines funktionierenden Kontrollsystems bestand die Sicherheit, dass kein infiziertes Fleisch in die Regale kommt." Dies erklärten heute der Vorsitzende der Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern, Rudolf Schwarzböck, und Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch am Rande einer Pressekonferenz. Die Panne mit der Verwechslung von Proben sei "auf menschliches Versagen zurückzuführen und daher sehr unerfreulich", so die Bauernvertreter. Die rasche Behebung dieser Panne habe jedoch gezeigt, "dass das System funktioniert". ****

Kritik übte Schwarzböck in diesem Zusammenhang an Aussendungen der Österreichischen Tierärztekammer zu den Themen BSE und Tierarzneimittelkontrollgesetz. Wenn die Vertretung der Veterinäre diese beiden Bereiche für ihre Zwecke instrumentalisiere und Aussagen gebrauche wie "man jagt die Tierärzte aus dem Stall" oder es drohe die "Vernichtung der Tierärzte", so fehle ihm für diese Wortwahl jedes Verständnis.

Kontrollsystem wird verbessert

Zum Tierarzneimittelgesetz selbst, das morgen, Donnerstag, im Plenum des Nationalrates zur Beschlussfassung ansteht, stellte Schwarzböck klar, dass es sich hier grundsätzlich um eine Verbesserung des Kontroll- und Sicherungssystems sowie um eine Verschärfung von Strafen bei missbräuchlichem Medikamenteneinsatz handle. Der Einsatz von Tierarzneimitteln werde mit diesem Gesetz künftig "so gut dokumentiert und kontrolliert wie nie zuvor".

Was die Möglichkeit von Impfungen durch die Landwirte betreffe, so gehe es hier um auf sehr wenige Bereiche eingegrenzte Maßnahmen (Mycoplasmen-Impfung bei Ferkeln), die nach gründlicher Beratung und mit Begleitung der Tierärzte vorzunehmen seien. Diese Maßnahme diene der Verringerung des Medikamenteneinsatzes, unterstrich der Präsident.

Zweierlei Maßstäbe

Zur Kritik der Tierärztekammer, es werde den Landwirten in speziellen Fällen ein Monatsbedarf von bestimmten Tiermedikamenten überlassen, wodurch die Gefahr des überhöhten Arzneieinsatzes drohe, gab Schwarzböck zu bedenken, dass es sich hier ebenfalls um klar abgegrenzte Einsatzmöglichkeiten in aufrechten Betreuungsverträgen mit den Tierärzten handle. Deren Standesvertretung lege hier aber offenbar wesentlich strengere Maßstäbe an, als sie in der Humanmedizin gelten.

Appell an Tierärztekammer

Generell unterstrich Schwarzböck, dass es mit zahlreichen Tierärzten, die mit der Sach- und Gesetzeslage vertraut sind, ein Einverständnis in der Frage Tierarzneimittelkontrollgesetz gebe. Leider würden sich in dieser Frage auch Tierärzte in unqualifizierter Weise zu Wort melden, die in ganz anderen Bereichen als der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung tätig seien. "Wir sehen die Veterinäre als Partner", betonte der Präsident und appellierte an die Tierärztekammer "zu einer Sprache zu finden, die der Sache angemessen ist".
(Schluss) kam

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