Pittermann präsentiert den Wiener Gesundheitsbericht 2001

Wien, (OTS) Die aktuellsten Daten aus dem Wiener Gesundheitsbericht 2001 präsentierte am Mittwoch Wiens Gesundheitsstadträtin Prim. Dr. Elisabeth Pittermann-Höcker gemeinsam mit dem Bereichsleiter für Gesundheitsplanung, DI Dr. Hannes Schmidl. Der Gesundheitsbericht, der seit 1995 jährlich erscheint, ist diesmal als Kurzversion konzipiert und bietet umfassende Kerndaten aus den Bereichen Demographie, Epidemiologie, Gesundheit von Kindern und Jugendlichen sowie Gesundheitsvorsorge. "Im Vergleich zu den Vorjahrswerten zeigt die gesundheitliche Situation der Wiener Bevölkerung, dass sich der positive Trend der letzten Jahre in vielen Bereichen fortsetzt. Dort, wo gesundheitliche Problemfelder identifiziert werden können, werden wir gezielte Interventionen wie präventive Maßnamen und Initiativen zur Gesundheitsförderung setzen." erläuterte Pittermann.****

Positiver Trend: Rückgang der Säuglingssterblichkeit - Zunahme der Lebenserwartung

Positiv zu werten ist die Reduktion der altersstandardisierten Mortalität und der Säuglingssterblichkeit sowie der weitere Anstieg der Lebenserwartung. Die Säuglingssterblichkeit von 5,1 pro 1.000 Lebendgeborene bedeutet für Wien den zweitniedrigsten je erzielten Wert. Die Lebenserwartung bei der Geburt lag 2000 in Wien für Frauen bei 80,4 Jahren, für Männer bei 74,7 Jahren. Damit nahm die Lebenserwartung gegenüber dem Vorjahr wiederum zu: bei Frauen um 0,3 Jahre und bei Männern um 0,4 Jahre. Bei einigen Infektionskrankheiten (z. B. bakterielle Ruhr, Hepatitis infectiosa, Meningitis, Tuberkulose) und bei einzelnen Krebsneuerkrankungen (v. a. Magen-, Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs) setzt sich der rückläufige Trend der letzten Jahre ebenfalls fort. Auch kam es zu einer weiteren Verringerung der Krankenstandsfälle und der Krankenstandsdauer. Bei den Todesursachen lässt sich sowohl bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen als auch bei den bösartigen Neubildungen der Verdauungsorgane und der Brust eine rückläufige Entwicklung erkennen.

Negativer Trend: Lungenkrebs bei Frauen, Haltungsschäden bei Kindern

Die im Gesundheitsbericht 2001 vorliegenden negativen Trends begründen laut Pittermann die Notwendigkeit, verstärkt auf neue Zielgruppen und gesundheitliche Bereiche einzuwirken. Gesundheitspolitischen Handlungsbedarf sieht Pittermann insbesondere in der deutlichen Zunahme der Lungenkrebserkrankungsrate bei Frauen. Zwischen 1983-1998 nahmen die Neuerkrankungen an Lungenkrebs bei Frauen um 41% zu. Dieser Anstieg ist als Folge des Rauchverhaltens der Frauen zu interpretieren. Besorgniserregend sind weiters die vorliegenden Zahlen der HIV-Infektionen. Zwar nehmen die Neuerkrankungsrate sowie die Sterbefälle ab, auffallend ist jedoch der Anstieg der Neuerkrankungen bei heterosexuellen Kontakten auf ein Drittel aller Neuinfektionen, bei Frauen sogar mehr als die Hälfte. Für Kinder und Jugendliche lässt sich sowohl aus den Ergebnissen der schulärztlichen Untersuchungen als auch der Stellungsuntersuchungen bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (Haltungsfehler, etc.) die Notwendigkeit erkennen, die bereits in den Schulen laufenden diesbezüglichen Initiativen weiterhin und verstärkt fortzusetzen. Bei 35% der untersuchten Kinder sind Haltungsschäden feststellbar. 10 % der Wiener Kinder leiden an Übergewicht. Ob der Rückgang der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen ein einmaliges Ereignis oder eine beginnende Trendumkehr bedeutet, kann erst aus den Ergebnissen der nächsten Jahre beurteilt werden.

"Wir analysieren die vorliegenden Gesundheitsdaten gründlich. Die Zahlen bestätigen, dass wir mit dem von der Stadt Wien eingeschlagenen Weg in der Gesundheitsvorsorge, Gesundheitsplanung und in der Arbeit der städtischen Gesundheitseinrichtungen sehr gut liegen. Aber wir werden bei der Weiterführung des Wiener Gesundheitsförderungsprogrammes im Jahr 2001 gezielt Schwerpunkte auf das Rauchen, auf gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Schulen und auf AIDS-Prävention setzten", so der Bereichsleiter für Gesundheitsplanung, DI Dr. Hannes Schmidl abschließend. (Schluss) uls

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