Wiener VP-Chef GÖRG zu Hakoah-Sportplatz: "Verbauung des Augartens kommt nicht in Frage"

Wiener VP sucht Allparteien-Einigung zum Schutz des Augartens

Wien (ÖVP-Klub) In den letzten Tagen und Wochen wurde - auch medial -zunehmend wieder die Frage des künftigen Standortes für den jüdischen Sportverein Hakoah diskutiert. Der vor dem Krieg blühende und sehr erfolgreiche Sportverein wurde unter faschistischer Herrschaft seines Sportplatzes in der Nähe des Praterstadions beraubt, bis heute gibt es keine Wiedergutmachung für diesen Verlust.****

"Der Sportverein Hakoah hat ein Anrecht auf eine Entschädigung in Form eines Sportplatzes", stellte heute der Wiener VP-Chef Dr. Bernhard GÖRG bei einer Pressekonferenz klar. "Dies ist politisch und sachlich völlig unbestritten." Nun sei es an der Zeit endgültig und verbindlich zu entscheiden, wo die neue Hakoah-Sportanlage errichtet werden soll. "Es hat in den vergangenen Wochen von mehreren Seiten Wortmeldungen gegeben", meinte GÖRG. "Man sollte die Diskussion zusammenfassen, versachlichen und ernsthaft nach einer Lösung suchen.

Eine unmissverständliche Klarstellung traf die Wiener Volkspartei, was den von der Israelischen Kultusgemeinde (IKG) gewünschten Standort im Wiener Augarten betrifft. "Dieser Standort kommt aus vielerlei Gründen nicht in Frage", hielt GÖRG fest. Nach dem Bau der Lauder-Chabat-Schule im Wiener Augarten wurde sowohl gegenüber der jüdischen Gemeinde als auch gegenüber einer Bürgerinitiative zum Schutz des Augartens festgehalten, dass diese Schule das letzte Bauvorhaben im Augarten ist. Der Augarten steht zudem seit Jänner 2000 unter Denkmalschutz. "Es gibt zahlreiche Wortmeldungen von Hakoah-Vertretern und Vertretern der IKG, die diese Entscheidung und Klarstellung damals zur Kenntnis genommen haben." Der Augarten dürfe und werde nicht weiter verbaut werden, "hier müssen auch die Vertreter der jüdischen Gemeinde zu ihrem Wort stehen."

Wiener VP sucht All-Parteien-Einigung zum Schutz des Augartens

In der kommenden Sitzung des Wiener Gemeinderates wird die Volkspartei einen Antrag einbringen, der den Schutz des Augartens dauerhaft sicherstellt und die Verbauung verhindert. Auf diesem Gelände soll von niemandem mehr gebaut werden dürfen. GÖRG hofft auf die Zustimmung aller im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, "um den Schutz des Augartens vor Verbauung endgültig außer Streit zu stellen".

Aus Sicht der Wiener Volkspartei kommen nunmehr zwei Standorte in Frage:

1. Das Gelände auf dem sich ursprünglich der Hakoah-Sportplatz befand

Dieses Gelände befindet sich in der Nähe des Wiener Prater-(Ernst-Happel)-Stadions und wird derzeit u.a. vom Finanzministerium und von Wienstrom als Betriebssportplatz genutzt. Es steht nach wie vor im Eigentum der Stadt Wien und könnte somit von der Stadt Wien wiederum der Hakoah zur Verfügung gestellt werden. Für die Beamten des Finanzministeriums und die Wienstrom-Angestellten müsste dann ein neuer Sportplatz gefunden werden, was vermutlich weniger problematisch wäre.

2. Das Gelände auf dem Areal des Wiener Nordbahnhofes

Örtlich am nähesten zum von der IKG und der Hakoah gewünschten Standort liegt ein Areal auf dem Wiener Nordbahnhof, das von der Größe her den Anforderungen der Hakoah entsprechen würde. Einziges Manko: In frühestens zwei Jahren könnte dort Baubeginn für die neue Sportanlage sein, zuvor muss das Gelände noch geräumt und dekontaminiert werden.

"Ich bin offen für beide Optionen", so GÖRG. "Erste Priorität hat für mich allerdings die Rückerstattung des ursprünglichen Geländes im Wiener Prater." ****

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