Sucht - Viel Arbeit für Streetworker

Wien (OTS) - Die Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork / Mobile Jugendarbeit Österreich widmete ihre jährliche Tagung dem Thema Sucht.

Streetwork Wien und die Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork / Mobile Jugendarbeit Österreich (BAST) veranstalteten vom 5. bis 7. Dezember 2001 in Wien eine Fachtagung, in deren Mittelpunkt die Arbeit mit suchtgefährdeten und suchtkranken Bevölkerungsgruppen stand. Eine Podiumsdiskussion zur aktuellen Drogenpolitik in Österreich, mit Vertretern der vier Parlamentsparteien und Experten der Suchtarbeit, beendete am Freitag die bisher größte BAST-Fachtagung mit über 70 TeilnehmerInnen aus ganz Österreich.

Die 9. bundesweite Tagung der BAST nahm sich dem Thema "Streetwork und Sucht " Die Arbeit mit dem Rausch" an. Ein für Streetworker besonders wichtiges Thema, da sie meist die erste Adresse für suchtgefährdete und suchtkranke Menschen auf der Straße sind. "Sucht ist in unserem Job ein sehr wichtiges Thema. Meistens denken die Menschen, dass es bei Sucht und Streetwork immer um illegale Drogen geht, doch die Realität ist eine andere. Wir haben in unserer Arbeit sehr viel mit anderen Suchtformen zu tun. Wir arbeiten mit Menschen, für die Alkohol, Automatenspiele und Wetten, Medikamente oder auch einfach Essen zum Problem geworden ist", weiß DSA Judith Sitter, Streetworkerin in Wien.

Streetwork sucht die Menschen dort auf, wo sie ihren Alltag verbringen: in Parks, auf Bahnhöfen, in der Disco und im ländlichen Wirtshaus, bei Festen und auf der Straße. Streetwork betreut Jugendliche, Szenegruppen, Cliquen und Randgruppen. Daraus ergibt sich für Streetworker ein besonders schwieriges Arbeitsfeld, da sie in eine fremde Lebenswelt eindringen. Dabei spielt Vertrauen und Beziehung und somit die Persönlichkeit des Streetworkers eine wesentliche Rolle. Die BAST-Fachtagung trug diesen besonderen Aspekten sozialer Arbeit Rechnung.

Vier Workshops, die von Experten der Suchtarbeit angeleitet wurden, ermöglichten eine breite und vielfältige Auseinandersetzung mit Sucht, ihren Ursachen und Umgangsmöglichkeiten. Grundlagen für Neueinsteiger, die Rolle der Sozialarbeiter-Klient-Beziehung, die Kultur des Rausches sowie drogenpolitische Konzepte wurden erörtert.

Die Tagung ermöglichte Streetworkern aus ganz Österreich, mit Abstand zu ihrer Arbeit und unter Kollegen, neue Ideen und Lösungsansätze im Umgang mit Sucht in der Arbeit zu entwickeln. Die Tagung hat dazu beigetragen, das Handeln der Streetworker in ihrem schwierigen Arbeitsfeld zu stärken und sie in der Suchtproblematik sicherer zu machen.

Rückfragenhinweis: Judith Sitter, Streetwork Wien Schriftführerin der BAST
Tel.: 0699/ 12 00 23 71 streetwork.nbv@gmx.at

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