Anämie - das Blutbild

Wien (OTS) - Anämie bedeutet Blutarmut, genauer gesagt, den Mangel an Blutkörperchen und/oder Hämoglobin (Blutfarbstoff). Die Ursachen dafür sind vielfältig und können Blutkrankheiten, aber auch eine Vielzahl anderer Störungen sein. "Zur Feststellung einer Anämie dient zunächst das so genannte "kleine Blutbild", eine der häufigsten Laboruntersuchungen", sagt Univ. Prof. Dr. Renate Heinz vom Österreichischen Roten Kreuz.

Beim "kleinen Blutbild" wird unter anderem die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen festgestellt. "Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff. Mangel führt zu Schwäche, Müdigkeit oder Blässe. Fehlen weiße Blutkörperchen, ist der Körper einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Mangelt es an Blutplättchen, können Blutungen nur sehr schwer gestoppt werden", sagt Heinz.

Anämien haben viele Ursachen. Sie können angeboren oder vererbt sein oder durch Blutverlust etwa bei einem Unfall entstehen. In Europa ist die Eisenmangelanämie die häufigste Form. Betroffen sind vor allem Frauen im gebärfähigen Alter, weil durch die Regelblutung und in der Schwangerschaft ein erhöhter Eisenbedarf besteht. Aber auch Darmerkrankungen oder falsche Ernährung können Anämien nach sich ziehen.

Für die Diagnose einer so genannten "einfachen Blutarmut", also dem Rückgang der roten Blutkörperchen allein, ist die Zahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die Menge des Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und der Anteil der Blutzellen am Gesamtblut (Hämatokrit) ausschlaggebend. Heinz: "Das Hämoglobin ist der wichtigste Bestandteil der roten Blutkörperchen und für den Sauerstofftransport verantwortlich. Fällt dieser Wert bei Frauen unter 12 g/dl oder bei Männern unter 14 g/dl, liegt eine Anämie vor."

Die Ursachen werden beim "kleinen Blutbild" durch elektronisch erhobene Zusatzbefunde ermittelt. So deutet etwa eine geringere Größe der roten Blutkörperchen auf Blutarmut durch Eisenmangel hin. Sind die Blutkörperchen jedoch vergrößert, deutet es auf Vitaminmangel-Anämien hin, zum Beispiel, wenn zu wenig Folsäure oder Vitamin B 12 aufgenommen wurde.

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