profil: Iraks Ex-Botschafter in Österreich untergetaucht

Bagdad wirft ihm finanzielle Unregelmäßigkeiten vor -Bestechungsgelder von österreichischen Firmen kassiert

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, ist der frühere Botschafter des Irak in Österreich untergetaucht, um nicht nach Bagdad zurückkehren zu müssen. Denn dort droht ihm möglicherweise die Todesstrafe. Neama Fares, zwischen 1997 und 1999 Botschafter des Irak in Wien, wird von einer Kontrollkommission des irakischen Außenamts vorgeworfen, an der Veruntreuung von Botschaftsgeldern beteiligt gewesen zu sein. Außerdem soll der frühere General, der nach dem Golfkrieg in seiner Heimat als Held gefeiert worden war, Bestechungsgelder von österreichischen Unternehmen für die Anbahnung von Exporten kassiert haben.

Hinter den Vorwürfen steht der Amtsnachfolger von Fares als Botschafter in Österreich, Naji Sabri al-Hadithi, der im vergangenen Sommer neuer Außenminister des Irak wurde. Sabri, der beste Kontakte zu freiheitlichen Spitzenpolitikern unterhält, schickte nach seiner Rückkehr nach Bagdad umgehend eine Kontrollkommission nach Wien, welche die Unregelmäßigkeiten bestätigt haben soll.

Fares war nach dem Ablauf seiner Amtszeit in Wien geblieben, weil seine Gattin als Mitarbeiterin des militärischen Geheimdienstes weiter an der irakischen Botschaft beschäftigt blieb.

Der Diplomat hat inzwischen zwei Rückkehr-Befehle aus Bagdad missachtet und ist in Österreich untergetaucht. Das Innenministerium kennt den Fall, will aber keine Details nennen. Nur soviel: Der frühere Botschafter habe nicht um politisches Asyl angesucht.

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"profil"-Redaktion

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