"profil": Swoboda übt schwere Kritik an SPÖ-Kurs

EU-Abgeordneten Swoboda "schmerzt" SPÖ-Linie in Sachen Temelin - sieht eigene Partei in Populismusfalle - Schreiben an Gusenbauer

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt Hannes Swoboda, EU-Abgeordneter der SPÖ, scharfe Kritik am Anti-Temelin-Kurs seiner Partei. Swoboda:
"Unsere Temelin-Gegnerschaft wird in Europa als Versuch gewertet, die Erweiterung insgesamt zu verhindern. Das schadet nicht nur Österreich, sondern auch die SPÖ kommt in eine schwierige Lage, wenn sie ihr Bekenntnis zur Erweiterung nicht klar genug macht."

Den EU-Abgeordneten stört in der Causa Temelin vor allem die Nähe der SPÖ zu den Freiheitlichen. Swoboda in "profil": "Nicht nur mich schmerzt die SPÖ-Linie in dieser Frage. Wir dürfen uns nicht so nah an die FPÖ-Positionen begeben. Zwar ist Bundeskanzler Schüssel zu kritisieren, vor allem deshalb, weil er erst sehr spät gehandelt hat. Aber dass wir jetzt in die populistische Falle tappen, das halte ich für äußerst problematisch."

Zur Bekräftigung seiner Bedenken hat Swoboda auch ein Schreiben an den SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer geschickt, in dem die Kritikpunkte an der Parteilinie erläutert werden. Das Schreiben ist von allen sechs SPÖ-Abgeordneten im EU-Parlament unterzeichnet.

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