Pressestimmen/Vorausmeldung/Temelin "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Rettung des Wahlkampfes

Ausgabe vom 7. Dez. 2001 Klagenfurt (OTS) - Rettung des Wahlkampfes - Wäre es der FPÖ jemals um das AKW Temelin und um die Sicherheit der Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze gegangen, hätte sie von Anfang an mit Kanzler Schüssel mitziehen und in Brüssel bei den Verhandlungen mit der Prager Regierung vielleicht sogar noch mehr herausholen können. Doch der FPÖ geht es um die Rettung ihres letzten möglichen Wahlkampfthemas: Das Veto gegen die Osterweiterung. Es ist der FPÖ ja wirklich nichts mehr geblieben, womit sie wahlkämpfen könnte. Den Kanzlerbonus haben die Schwarzen und sie hat bestenfalls ein bitter erkauftes Nulldefizit, das außer Grasser niemand mehr mag. In Wahrheit hat der Regierungschef bereits in Brüssel seinem Koalitionspartner den Wahlkampf - wann immer dieser stattfindet - versaut. Er wusste, dass die Blauen zurzeit an die Regierung geklettet sind und irgendwie mitziehen müssen. Und sie ziehen mit. Irgendwie. Peter Westenthaler vertröstet sich und die seinen auf das Jahr 2003. Dann werde "Österreich entscheiden, ob die Tschechische Republik der EU beitreten wird". Diese Frage sei noch "nicht gegessen". Die Frage, ob die FPÖ bis dahin als Regierungspartei überhaupt überlebt, ist auch noch nicht "gegessen". Und die Menschen in diesem Land sehen von Jahr zu Jahr deutlicher, dass einer der Gewinner der Osterweiterung Österreich sein wird. Mehr als andere. Österreich rückt wieder in jene Mitte Europas, in der sich befinden, wir stets nur trotzig behauptet haben. Österreich muss von Europa etwas wollen und sich nicht veto-selbstmörderisch ausschließen.

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