Prets: Der Kampf der Frauen in Afghanistan beginnt jetzt!

Wien (SK) "Freiheit ist die erste Voraussetzung für die Wiedererlangung der Rechte der Frauen in Afghanistan", erklärte die burgenländische SPÖ-Europaabgeordnete und Frauensprecherin Christa Prets gestern Abend gegenüber dem SPÖ-Pressedienst nach einem Treffen zwischen einer afghanischen Frauendelegation und VertreterInnen des Europäischen Parlaments, der EU-Kommission und der belgischen Ratspräsidentschaft in Brüssel. ****

Bei dem Treffen wurde die derzeitige und zukünftige Rolle von Frauen in Afghanistan und in der afghanischen Regierung besprochen, berichtete Prets, "unter besonderer Berücksichtigung der UN-Resolution zu Frauen, Frieden und Sicherheit, die eine gleiche Beteiligung von Frauen an politischen Entscheidungsprozessen einfordert". Freiheit sei die Grundvoraussetzung, bedeute aber nicht automatisch Chancengleichheit. "Wo die Ausgrenzung in Afghanistan ihr Ende nimmt, muss nun darauf geachtet werden, dass diese nicht durch Diskriminierung abgelöst wird", warnte die SPÖ-Europaabgeordnete. Der Friedens- und Demokratisierungsprozess könne nur funktionieren, wenn sich Frauen aktiv daran beteiligen.

In der neuen afghanischen Regierung werden sicher zwei Frauen vertreten sein und es bestehe die Chance auf eine dritte weibliche Regierungsvertreterin, "doch in der Demokratie zählt vor allem die Regel und nicht die Ausnahme", so Prets. Jede Frau solle das Recht haben, gleichberechtigt am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzuhaben.

Ein Schwerpunkt der Politik in Afghanistan müsse die Revitalisierung der Bildungspolitik und der Gesundheitspolitik sein, forderte Prets. Im Gesundheitsbereich bestehe riesiger Nachholbedarf, außerdem seien "bevor die Talibanherrschaft Frauen die Ausübung eines Berufes verboten hatten, drei Viertel der Lehrkräfte in Afghanistan Frauen gewesen", berichtete Prets. "Millionen Kinder konnten über Jahre hinweg keine Schule besuchen." Vor der Machtübernahme des Talibanregimes sei man in Afghanistan einen hoffnungsvollen Weg gegangen. "Dieser Weg muss nun kämpferisch weiter beschritten werden und Unterstützung von außen wird dringend notwendig sein", schloss Christa Prets. (Schluss) ml/mm

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