Kossina: Verstärkte Maßnahmen gegen Geruchsbelästigung

Nehme Beschwerden der Bürger ernst

Wien, (OTS) Seit Wochen prüfen Mitarbeiter der Umweltabteilung verstärkt Betriebe in "Transdanubien". Der Grund: In der Donaustadt kommt es immer wieder zu Geruchsbelästigungen, vor allem bei "austauscharmen" Wetterlagen.

Neben Privatunternehmen wurde in den vergangenen Wochen auch das gemeindeeigene Kompostierwerk Lobau von Chemikern der Umweltschutzabteilung "unter die Lupe" genommen. "Die biologische Verrottung zählt sicher auch zu den Gestankverursachern", erklärt Umweltstadträtin Isabella Kossina am Freitag in einem Pressegespräch. Zu diesem Ergebnis kam auch Professor Puxbaum von der Techischen Universität, der Analysen durchführte.

Ein weiteres "Sorgenkind" jenseits der Donau ist das Kanalsystem, das im 22. Bezirk ein sehr flaches Gefälle hat. Vor allem im Bereich Siebenbürgerstraße, wo auch der Leopoldauer Sammelkanal durchgeführt wird, kommt es jahreszeitlich und witterungsbedingt immer wieder zu Geruchsbelästigungen. "Der herkömmliche Kanalgestank wird mit Kalziumnitrat neutralisiert. Bei diesem Verfahren wird durch Sauerstoffzufuhr jedoch nur der Fäkalgeruch beseitigt. Ein Verfahren also, das absolut umweltfreundlich ist", versichert Kossina.

Dass auch verschiedene Betriebe geklärtes Wasser in das Kanalsystem ableiten, ist nichts außergewöhnliches. Bei unangemeldeten Kontrollbesuchen in Donaustädter Betrieben kam die Gewerbepolizei zu dem Ergebnis, dass alle Anlagen den Auflagen entsprechend geführt werden. Doch auch völlig unbedenkliche Industrieabwässer führen zu eigenen Geruchsbildern. Beispiel für geruchsintensive Stoffe sind Leinöl, Sojaöl und deren Abbauprodukte, die unter anderem für die Erzeugung von Naturharzen verwendet werden. Diese Produkte kommen auch im täglichen Leben vor.

Die Donaustädter Firma "Reichhold", die Leinöl verarbeitet, hat sich nun freiwillig bereit erklärt, eine weitere Investition zu tätigen, um Geruchskomponenten aus den völlig harmlosen, leicht süßlich riechenden Leinölprodukten zur Gänze nicht mehr ins Kanalsystem gelangen zu lassen. "Wir möchten nun eine weitere Trockenläuferpumpe ankaufen, um auf den entsprechenden Kesselanlagen auf keinen Fall mehr mit der Wasserring-Vakuumpumpe arbeiten zu müssen. Geruchsbelastete Abwässer aus der Soja- und Leinölharzproduktion würden somit künftig nicht mehr anfallen", erklärt Dipl. Ing. Reinhard Täubler, Geschäftsführer der Firma Reichhold.

Seit Einführung des "Geruchsprojektes" der MA 22 im Jahr 1997 konnte die Aufklärungsrate von nicht zuordenbaren Geruchswahrnehmungen von 10 bis 15 Prozent auf 60 bis 70 Prozent gesteigert werden.

"Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis. Doch wir müssen weiter arbeiten, um die Aufklärungsrate zu steigern. Es ist mir ein Anliegen, rasche und für die Wienerinnen und Wiener zufriedenstellende Lösung zu finden. Daher bitte ich auch die Bevölkerung, bei Geruchsbelästigung eine unserer Hotlines anzurufen. Chemiker werden ausgeschickt, um dem Übel auf die Spur zu kommen", so Umweltstadträtin Isabella Kossina.

Umwelt-Hotline 4000/8022 (von 8 bis 12 Uhr besetzt, sonst Tonbanddienst): Detailfragen zu den verschiedenen Geruchsbildnern werden hier beantwortet und Chemiker ausgeschickt.

Bei Geruchsbelästigungen kann auch der Permanenzdienst der Magistratsdirektion, der täglich rund um die Uhr unter der Telefonnummer 4000/8280 erreichbar ist, angerufen werden. (Schluss) vit

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