Konjunkturspritze mit schlechter Wirkung

Präsident Cate: "Klein- und Mittelbetriebe der Baubranche fallen beim Konjunkturpaket durch den Rost!"

Wien (OTS) - Als unzureichenden Ansatz bezeichnete Frederick M. Cate, Präsident der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland die Vorschläge der Bundesregierung, die der Bauwirtschaft in der Flaute helfen sollen. "Was wir brauchen ist rasche und effiziente Unterstützung für Klein-und Mittelbetriebe", lautete seine Forderung an öffentliche Auftraggeber. "17 baureife Großprojekte der Bundesimmobiliengesellschaft mit einem Investitionsvolumen von zwei Mrd. Schilling vorzuziehen, hilft der Bauwirtschaft nicht wirklich aus der Krise", erklärte Cate.

Bedenkliche Zahlungsmoral öffentlicher Auftraggeber "Die öffentliche Hand soll ihre seit Monaten fälligen Rechnungen in Höhe mehrerer Milliarden endlich begleichen. Damit wäre der Bauwirtschaft rasch und massiv geholfen", erklärte Cate. Die Zahlungsmoral vieler öffentlicher Auftraggeber sei katastrophal. Die übliche Frist von 30 Tagen werde in den seltensten Fällen eingehalten, so Cate. Ziviltechniker und Baufirmen erbringen ihre Leistungen, die Rechnungen werden jedoch mit erheblichen Verspätungen bezahlt. Das entspricht keinesfalls dem Verhalten ordentlicher Kaufleute. "Es müssen endlich faire Bedingungen für die Auftragnehmer geschaffen werden", forderte Cate von den öffentlichen Auftraggebern. Vor allem der Bund verursache durch die schleppende Erfüllung seiner Verpflichtungen eine Kettenreaktion an Zahlungsverzügen. Scheinbar werde kein auch noch so unseriöses Mittel zur Erreichung des Nulldefizits ausgelassen, wandte sich Cate an die Bundesregierung.

Umsetzung von Gemeindeprojekten Mit dem Vorziehen einiger weniger Großprojekte werde sich die Situation der Klein- und Mittelbetriebe kaum verbessern, erklärte Cate. Die verstärkte Umsetzung vieler hunderter baureifer Projekte der Gemeinden in ganz Österreich schaffe Aufträge für kleinere Betriebe. "Wird nur die Hälfte der baureifen Gemeindeprojekte rasch verwirklicht, beläuft sich die Summe der Investitionen nicht nur auf zwei sondern auf mehrere Milliarden Schilling. Das verstehe ich unter einer erfolgreichen Konjunkturbelebung " eine breitgestreute Belebung der Klein- und Mittelbetriebe in allen Regionen", verdeutlichte Cate seine Überlegungen. Nun gilt es, diese Forderungen bei öffentlichen Auftraggebern durchzusetzen.

"Die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten wird sich gegenüber Auftraggebern jedenfalls in Zukunft noch stärker für faire Bedingungen im Geschäftsverkehr einsetzen", erklärte Cate abschließend.

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Simone de Raaij
Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
für Wien, Niederösterreich und Burgenland
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