LHStv. Onodi: Semperit: Angekündigte Schließung stellt Politik vor große Herausforderungen

Ausverkauf österreichischer Industriebetriebe stoppen

St. Pölten, (SPI) - "Die nun als fix angekündigte Schließung des Semperitwerkes in Traiskirchen durch den Conti-Konzern stellt die Landespolitik vor große Herausforderungen. Nicht nur der drohende Verlust von 1.500 Arbeitsplätzen bei Semperit und von Hunderten weiteren Jobs in bei abhängigen Zuliefer- und Dienstleistungsbetrieben, sondern auch die offensichtliche Ignoranz von internationalen Konzernen gegenüber dem mit großen Vorteilen ausgestatteten Wirtschaftsstandort Niederösterreich bedarf neuer Anstrengungen. Der Fall Semperit zeigt, dass bei wichtigen Unternehmensentscheidungen vor allem der Standort der Konzernzentrale sowie der Forschungs- und Entwicklungsabteilungen zählt", so SPNÖ-Landesparteivorsitzende LHStv. Heidemaria Onodi zur angekündigten Schließung von Semperit und der heute im Wirtschaftsministerium stattfindenden Gesprächsrunde.****

Als erste Maßnahme müssen wir seitens des Landes alle Bemühungen unterstützen, für Semperit vielleicht doch noch eine positive Lösung zu finden, seien die Chancen auch noch so klein. Hier ist vor allem die Bundesregierung gefordert, entsprechende Initiativen zu setzen. Bereits in die Wege geleitete Initiativen für die Neuansiedelung von Betrieben werden erst mittelfristig neue Arbeitsplätze in den Bezirk Baden bringen, notwendig sind aber ganz besonders kurzfristig wirksame beschäftigungspolitische Maßnahmen. Bundespolitisch erforderlich ist jedenfalls ein Umdenken in der Wirtschaftspolitik. Eine Fortsetzung des massiven Privatisierungskurses der Bundesregierung, durch den viele im Staatseigentum bzw. mehrheitlich im Eigentum des Bundes stehende Unternehmen an ausländische Konkurrenten veräußert werden, ist nicht mehr vorstellbar. Es drohen sonst in ein paar Jahren ähnliche Entwicklungen bei ehemals österreichischen Betrieben, wie beispielsweise bei Austria Tabak. "Der Ausverkauf gehört gestoppt, Österreich muss sich wieder einer eigenständigen Wirtschaftspolitik unter dem Gesichtpunkt des Ausbaus der eigenen Stärken und der Bewahrung der Standorte widmen", so Onodi.

Im europäischen Kontext muss man sich Maßnahmen gegen die Abwanderung der Fertigung in Billigstlohnländer überlegen. Produziert wird im Ausland, die Kundschaften leben in der Europäischen Union. "Diese Auswirkungen einer ausufernden Liberalisierung ist eine große Herauforderung für den Wirtschaftsstandort Europa, wobei notwendige Gegenmaßnahmen nur auf europäischer Ebene eingeleitet werden können", so die SPNÖ-Landesparteivorsitzende.
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