Cap bei ZUK-Diskussion: EU ist Chance und keine Bedrohung

Podiumsdiskussion anlässlich Präsentation "Wozu noch Österreich" von Anton Pelinka

Wien (SK) "Was wir Österreicher brauchen, ist Mut zur Normalität, denn die EU bedeutet eine Chance und Herausforderung, keine Bedrohung", machte der gf. SPÖ-Klubobmann Josef Cap am Mittwoch Abend in der Zukunftswerkstätte klar. Anlass der Veranstaltung war die Präsentation eines neues Buches von News-Chefredakteur Peter Pelinka mit dem Titel 'Wozu noch Österreich'. Neben Cap und Pelinka nahmen auch die Klubobleute der anderen Parlamentsparteien Westenthaler (FPÖ), Khol (ÖVP) und Van der Bellen (Grüne) an der Diskussion teil. ****

Cap sieht die österreichische Identität nicht durch die EU-Erweiterung gefährdet: "Je mehr die EU sich vergrößert, desto mehr wird sich die Identität der Länder verstärken - das Resultat wird ein Mehr an Österreich sein." Der gf. SPÖ-Klubobmann nannte die EU zudem "eine Chance zur Vergangenheitsbewältigung" - Ähnlich argumentierte auch Pelinka, der in Österreich noch "keine reife, selbstbewusste Nation" sieht, sondern "das ständige Schwanken zwischen Minderwertigkeitskomplexen und Allmachtsfantasien."

Cap strich in seinem Redebeitrag weiter die "besondere Fixierung" Österreichs heraus, "sich ständig selbst in Frage zu stellen." Das sei eine Tradition, die historisch gesehen seit dem Zerfall der Monarchie mitschwinge und einer der beiden Gründe sei, "warum sich die Demokratie hier so schwer entwickelt hat." Als zweiten Grund hierfür führte Cap eine starke Autoritätsfixierung der Österreicher an, was seine Wurzeln bei den Habsburgern und der Kirche habe. "Österreichs Identität ist ja auch stark durch historische Konflikte geprägt", so Cap weiter, was der Grund dafür sei, dass das nördliche Nachbarland Tschechien bis heute immer negativ aufgearbeitet worden sei. Bei der stets betonten kulturellen Größe Österreichs, vermisst der gf SPÖ-Klubobmann ein stärkeres Hinwenden zu Experimentellem und Zeitgenössischem, "anstatt immer nur das Vergangene über zu betonen."

Pelinka nannte in seinem Statement auch die Motivation für den kontroversiellen Titel seines Buches: "Es geht um die Fragestellung, wie man trotz Globalisierung, Amerikanisierung und Germanisierung als kleine Nation existieren kann." Es seien sehr wohl in politischer, ökonomischer und alltagskultureller Hinsicht Ansatzpunkte vorhanden, das heutige Österreich in Frage zu stellen; zudem seien Nationalstaaten generell zu hinterfragen. "Damit ist auch die Fragestellung verbunden, ob sich Österreich die immerwährende Neutralität auch in Zukunft wird leisten können", so Pelinka. (Schluss) re

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