Temelin - eine Frage der Betrachtungsweise

Gegner, Befürworter und Experten diskutieren ethische Dimensionen von Temelin

Wien (OTS) - Auf Einladung des Österreichischen Cartellverbandes (ÖCV) trafen sich Gegner, Befürworter und Experten Donnerstag Abend im ORF-Landesstudio Linz zu einer Podiumsdiskussion der besonderen Art: Fernab von der Tagespolitik wurden ethische Fragestellungen in Zusammenhang mit dem umstrittenen AKW Temelin erörtert.

Prof. Bernd Guggenberger (FU Berlin): die Aussperrung des "Menschenrechts auf Irrtum" führe zu einer Technik, die sich den "Störfall Mensch" nicht mehr leisten könne. Die öffentliche Temelin-Debatte sei ein Kuriosum - alle seien dagegen, aber jede Partei für sich, wobei es sogar zum "Widerstand des Staates gegen den Staat" (FPÖ) komme.

Der Prager Kernphysiker Petr Otcenásek verwies dagegen auf die Zwänge der Marktwirtschaft, der die staatliche Energiepolitik unterliege, Jiri Tyc (AKW Temelin) auf falsche Darstellungen der Temelin-Gegner. Dies nahm Josef Pühringer von der Plattform gegen Atomgefahr zum Anlass, auf die mangelnde Konkurrenzfähigkeit von Temelin, den zunehmenden Widerstand in Tschechien und die immer noch bestehenden Sicherheitsmängel einzugehen.

Der Temelin-Beauftragte Oberösterreichs, Radko Pavlovec, zeigte vor allem die Schwierigkeiten des Dialogs zwischen Österreich und Tschechien in der Praxis auf, während Frau BM a.D. Marilies Flemming die Auswirkung von Großtechnologien auf die Lebenswelt künftiger Generationen betonte. Josef Heizinger, Mitglied der internationalen Expertengruppe zu Temelin, hob die Bedeutung alternativer Energien und die Missachtung des Kosten-Nutzen-Kalküls beim Bau von Temelin hervor. Otto Gumpinger vom Anti-Atom-Komitee sprach diesbezüglich von einer "Provokation Tschechiens".

Rückfragen & Kontakt:

Georg Mayr, Medienreferent
Tel.: 0676 84 17 96 600,
Fax: 0512 58 63 16 80
presse@vop.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEB/OTS