Pressestimmen/Vorausmeldung/Kündigung/Semperit "Neue Kärntner Tageszeitung" - Kommentar: Als Lohn gibt es den blauen Brief

Ausgabe vom 7. Dez. 2001 Klagenfurt (OTS) - Als Lohn gibt es den blauen Brief - Semperit habe für Österreich eine "besondere Bedeutung, so wie die Hochquellwasserleitung für Wien und die Mozartkugeln für Salzburg", hat der Traiskirchner Bürgermeister Fritz Knotzer kürzlich betont. Die österreichische Traditionsmarke, den guten Namen, hält auch der Continental-Konzern für "wertvoll". Er soll erhalten bleiben. Worauf Conti aber pfeift, sind die österreichischen Mitarbeiter. Sie haben sich zwar in den vergangenen Jahre mächtig ins Zeug gelegt, den Karren, der schon vor Jahren verfahren schien, wieder flott gemacht, Schlechterstellungen in Kauf genommen und auch Rekordgewinne geschrieben, doch das nützte ihnen alles nichts. Als Lohn bekommen sie nun den blauen Brief. Nicht mangelnde Qualifikation oder zu wenig Einsatz wurde ihnen zum Verhängnis, sondern die - ganz unverblümt geäußerten - strategischen Ziele des Conti-Konzerns, der in den vergangenen 16 Jahren rund sechs Milliarden Schilling aus dem Standort lukriert hat. Conti hat es sich nämlich zum Ziel gesetzt, die Hälfte seiner Reifen in Niedriglohnländern zu erzeugen. Der -hausgemachte - für heuer zu erwartende Abgang spielt nur eine Nebenrolle. Für das langfristige Ziel der Gewinnmaximierung nimmt man in Kauf, wegen hoher Schließungskosten erstmals seit zehn Jahren wieder rote Zahlen zu schreiben. Das Traurige beim Ausverkauf von Betrieben an ausländische Konzerne ist, dass man damit auch Einflussmöglichkeiten abgibt. Die Konsumenten aber haben die Macht, zu entscheiden, ob sie eine solche Unternehmensphilosophie mittragen wollen.

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.atKärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI/KTI