TRAUER UM ANTON BENYA Trauerfeiern am Donnerstag, dem 13. Dezember

Wien (PK) - Der Donnerstag der kommenden Woche (13. Dezember) wird im Zeichen der Trauer über den Tod des früheren langjährigen Präsidenten des Nationalrats Anton Benya stehen.

In der Früh (voraussichtlich um 8.30 Uhr) wird es eine Trauersitzung des ÖGB-Bundesvorstandes geben.

Für 9.30 Uhr ist eine Gedenkveranstaltung für die Mitglieder des Nationalrates und des Bundesrates im Alten Reichsratsitzungssaal im Parlament vorgesehen. Bei dieser Gedenkveranstaltung werden Bundespräsident Thomas Klestil und Nationalratspräsident Heinz Fischer das Wort ergreifen.

Im Anschluss daran (voraussichtlich um 11.30 Uhr) findet das Begräbnis für Anton Benya auf dem Zentralfriedhof statt.

ANTON BENYA (1912 - 2001)

1912 in Wien geboren, besuchte Anton Benya hier Volks- und Bürgerschule, ehe er 1926 eine Mechanikerlehre begann. In dieser Zeit schloss er sich der Sozialdemokratie an und wurde in den Freien Gewerkschaften aktiv.

Benya wirkte auch nach dem Verbot der sozialdemokratischen Organisationen weiter für die Interessen der Arbeiterschaft, was ihm zweimal, 1934 und 1937, Verhaftungen einbrachte. Dennoch setzte er sein Engagement für die in die Illegalität gedrängte Gewerkschaft selbst während des Zweiten Weltkriegs unbeirrt fort.

Nach Kriegsende wurde Benya Funktionär des neu formierten ÖGB und übernahm noch 1945 den Vorsitz der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie. Ab 1948 fungierte er als einer der leitenden Sekretäre des ÖGB, 1956 avancierte er zum stellvertretenden Generalsekretär, ehe er 1959 zum Vizepräsidenten und schliesslich 1963 zum Präsidenten des ÖGB gewählt wurde. In dieser Funktion wurde Benya, gemeinsam mit seinem Gegenüber Rudolf Sallinger, zur Inkarnation der Sozialpartnerschaft, eine Achse, die den wirtschaftlichen Aufstieg Österreichs maßgeblich unterstützte. Mehr als 20 Jahre galten Benya und Sallinger als Garanten dafür, dass in Österreich ökonomische Interessengegensätze konsensual gelöst wurden, während es anderswo zu Streiks, Ausständen und Aussperrungen kam. Erst 1987 sollte sich Benya von der Spitze des ÖGB zurückziehen, wobei er freilich immer noch der MBE mit Rat und Tat zur Seite stand.

Zu Beginn der VIII. Gesetzgebungsperiode im Juni 1956 zog Benya für die SPÖ in den Nationalrat ein, dem er in der Folge bis zum Ende der XVI. GP im Dezember 1986 angehörte. Im November 1971 verzichtete Nationalratspräsident Waldbrunner auf eine Wiederwahl in diese Funktion, worauf die SPÖ Anton Benya in Vorschlag brachte, der dieses Amt dann bis 1986 bekleidete. Als sich Benya 74jährig in den Ruhestand zurückzog, konnte er auf die bislang längste Amtszeit als Nationalratspräsident zurückblicken, was sich auch darin ausdrückte, dass Benya gleich zweimal, nämlich 1974 anlässlich der Angelobung von Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und 1986 aus Anlass der Angelobung von Bundespräsident Kurt Walheim, den Vorsitz in der Bundesversammlung führte. Bis zum Ende seines Lebens hat Anton Benya lebhaften Anteil an der aktuellen Politik - und am Schicksal "seines" Fußballvereins Rapid genommen. (Schluss)

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