Waneck begrüßt Vier-Parteieneinigung zu Sterbebegleitung

Absage an Sterbehilfe - Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin

Wien, 6. Dezember 2001 (BMSG) - "Als Gesundheitspolitiker und Arzt ist es mir ein besonderes Anliegen Patienten ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod zu gewährleisten", kommentierte FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck, die heutige Vier-Parteien-Einigung im Gesundheitsausschuss zur Sterbebegleitung. "Es geht darum, die Lebensqualität schwerstkranker Menschen zu verbessern, Schmerzen zu lindern und dem Kranken beziehungsweise Sterbenden in jeder möglichen Form zu helfen und menschliche Zuwendung zu geben." ****

"Wir wollen daher das Hospizwesen und die Palliativmedizin forcieren", betonte Waneck, der gleichzeitig kritisierte, dass in der Vergangenheit hier nicht mit dem notwendigen Druck vorgegangen worden sei, was dazu geführt habe, dass Österreich nun einen Aufholbedarf habe. Waneck verwies in diesem Zusammenhang auf den von ihm ausverhandelten Österreichischen Krankenanstaltenplan (ÖKAP), der eine Umschichtung von Akutbetten hin zu Palliativ-, Hospiz- und Geriatriebetten vorsehe. "Dort wo wir zu viele Akutbetten in den Spitälern haben, sollen diese, nicht wie noch vor zwei Jahren geplant, einfach gestrichen, sondern sinnvoll umgewidmet werden", führte Waneck aus.

"Auch unser Regierungsprogramm sieht vor, dass jeder Schritt in Richtung Sterbehilfe entschieden abgelehnt wird", so Waneck. Erfahrungen der Hospizbewegung hätten eindrucksvoll gezeigt, dass Menschen, obwohl sie unheilbar krank seien, bis zuletzt leben wollen, wenn ihnen eine qualifizierte Schmerztherapie und individuelle Pflege und mentale Unterstützung geboten werde. Parallel dazu müsse auch die Verbesserung der Vernetzung zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen sowie mobilen Diensten erreicht werden, betonte Waneck. Weiters strebe das Staatssekretariat eine Verbesserung der berufsübergreifenden Zusammenarbeit an den Schnittstellen Spital - Hausarzt -Hauskrankenpflege - Hospizdienst an, um den Kranken den Verbleib in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

"Aktive Sterbehilfe ist sowohl aus politischer Sicht als auch aus meinem Selbstverständnis als Arzt, der verhalten ist, alles zum Wohl des Patienten zu unternehmen, abzulehnen", betonte Waneck. Diese Haltung finde sich völlig in Einklang mit einer Empfehlung des Europarates, im Zusammenhang mit dem Schutz der Menschenrechte und der Würde von unheilbar Kranken oder Sterbenden und den Prinzipien der Bioethikkonvention. "Die Antwort auf Leid kann nicht in der Beseitigung der Leidenden liegen", betonte Waneck. "In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass die Verpflichtung des Anstaltsträgers, für ein würdevolles Sterben zu sorgen im Krankenanstaltengesetz festgelegt ist."

"Als Arzt konnte ich erfahren, dass Äußerungen des Todeswunsches oft nur verdeckte Mitteilungen sind, die als Hilferuf für menschliche Zuwendung zu verstehen sind, was Solidaritätsdefizite in unserer Gesellschaft und die Neigung, den Tod zu verdrängen und zu tabuisieren wiederspiegelt, nicht jedoch das Bedürfnis nach Sterbehilfe. "Es gibt keine Heilung für den Tod - also gestalten wir ihn so menschenwürdig wie möglich", schloss Waneck. (Schluss)

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