RASINGER: VIER-PARTEIEN-EINIGUNG ZUR STERBEBEGLEITUNG IST QUANTENSPRUNG IN EUROPA

Österreichweiter Hospizplan soll "sanftes, würdiges Sterben" in Österreich ermöglichen

Wien, 6. Dezember 2001 (ÖVP-PK) Der heutige Vier-Parteien-Einigung im Gesundheitausschuss zur Sterbebegleitung ist ein Quantensprung in Europa. Mit dem Entschließungsantrag der Abgeordneten Gatterer (ÖVP), Pumberger (FPÖ), Lackner (SPÖ) und Grünewald (Grüne) wurde den Erkenntnissen der Parlamentarischen Enquete "Solidarität mit unseren Sterbenden - Aspekte einer humanen Sterbebegleitung in Österreich" vom 29. Mai und den Wünschen der Hospizbewegung und der Caritas voll Rechnung getragen. "Österreich nimmt damit eine Vorreiterrolle ein", so der stellvertretende Obmann im Gesundheitsausschuss, ÖVP-Gesundheitssprecher Dr. Erwin Rasinger. ****

Im Entschließungsantrag wird die Bundesregierung ersucht, ihre ablehnende Haltung gegen die "aktive Sterbehilfe" (Euthanasie) beizubehalten. Rasinger hob in diesem Zusammenhang hervor, dass sich die Kärntner ÖVP-Abgeordnete Gatterer bereits in einem vielbeachteten internationalen Bericht klar gegen die Zulassung der Sterbehilfe ausgesprochen habe.

In Österreich herrsche politischer Konsens darüber, dass würdevolles Sterben eine menschlich kompetente Sterbebegleitung verlange und dass umfangreiche Maßnahmen für die Verbesserung der Bedingungen für die Sterbebegleitung gesetzt werden sollten. Rasinger wies darauf hin, dass jährlich in Österreich ungefähr 85.000 Menschen sterben; 400.000 Personen seien dadurch aber mit dem Sterben konfrontiert. Etwa 57.000 Menschen sterben nach wie vor in Spitälern und Pflegeheimen; deshalb müsse unsere Sorge um ein würdiges Sterben, um eine gute letzte Lebensphase vor allem auch an diesen Orten ansetzen. Für Rasinger ist der Weg "von der sanften Geburt bis zum sanften Sterben" wesentlich.

Im Entschließungsantrag wird daher der Sozialminister ersucht, im Zusammenwirken mit den Gebietskörperschaften und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger einen österreichweiten Hospizplan zu erarbeiten, der den Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin regelt und eine ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit mobilen, ambulanten und stationären Hospizdiensten sicherstellt. In diesem Plan sollen auch die Voraussetzungen geschaffen werden, dass die positiven Erfahrungen in der Betreuung Sterbender im Sinne der internationalen Hospizidee verstärkt in Spitälern, stationären und mobilen Pflegeeinrichtungen integriert werden können. Gemeinsam mit den Ländern sei eine Finanzierungsregelung für die stationären Einrichtungen im Rahmen eines in diesem Sinne modifizierten LKF-Modells auszuarbeiten. Ein Schwerpunkt soll zudem auf der Verbesserung der berufsübergreifenden Zusammenarbeit an den Schnittstellen (Spital, Hausarzt, Hauskrankenpflege, Hospizdienst) liegen.

Weiters wird der Wirtschaftsminister ersucht, bis längstens 1.1.2003 ein Modell zur Verwirklichung der Karenz zur Sterbebegleitung zu entwickeln. Rasinger wies darauf hin, dass sich der Minister und auch ÖVP-Familiensprecherin Ridi Steibl bereits massiv für ein derartiges Karenzmodell einsetzen. Die Wissenschaftsministerin soll zudem Aktivitäten der Medizinischen Fakultäten zur Schaffung von Professuren für Palliativmedizin, Schmerztherapie und Geriatrie aktiv unterstützen.
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