ÖGB-Csörgits bei Semperit-Betriebsversammlung

Regierung muss sofort handeln

Wien (ÖGB) Als Vertreterin des ÖGB nahm ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits an der heutigen Betriebsversammlung der Semperit-Reifen in Traiskirchen teil. "Wir haben den Beschluss zur Schließung mit Entsetzen vernommen. Bundeskanzler Schüssel muss sofort einen Krisengipfel einberufen". Csörgits bekundete die Solidarität des ÖGB und der Gewerkschaften mit den Beschäftigten. Der traurige Anlassfall bekräftige die Forderung des ÖGB nach Beibehaltung von strategischem Eigentum in staatlicher Hand, so die ÖGB-Vizepräsidentin weiter.++++

Sie würde sich wünschen, dass die Bundesregierung dasselbe Engagement zeige wie 1996 Bundeskanzler Vranitzky, als Semperit ebenfalls von der Schließung bedroht war, so Csörgits. "Der damalige Bundeskanzler hat sich um die Erhaltung des Standorts und damit der Arbeitsplätze gekümmert. Das verlangen wir auch von der jetzigen Regierung", so die ÖGB-Vizepräsidentin. Csörgits kritisierte, wie leichtfertig Continental mit der Verschiebung von Standorten umgeht, obwohl die ArbeitnehmerInnen in Traiskirchen zur Erhaltung des Werks immer wieder Opfer gebracht hätten. Und auch die Privatisierungspolitik der Bundesregierung wurde von Csörgits heftig kritisiert. Sei erst einmal die Konzernzentrale im Ausland, wäre es in vielen Fällen nur eine Frage der Zeit, bis die Fertigung in Billiglohnländer abgesiedelt würde.(mfr)

ÖGB, 6. Dezember 2001
Nr. 1070

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