Semperit: Verzetnitsch fordert Krisengipfel mit dem Bundeskanzler

ÖGB verlangt Maßnahmen gegen Subventionstourismus

Wien (ÖGB). "Ich fordere einen sofortigen Krisengipfel mit dem Bundeskanzler", stellte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch zum Schließungsbeschluss für das Reifenwerk Semperit in Traiskirchen fest. Dabei soll es auch um den Kampf gegen den sogenannten Subventionsstourismus großer Konzerne in Europa gehen. Gleichzeitig erinnerte Verzetnitsch an die ÖGB-Forderung nach strategischem Eigentum in österreichischer Hand.++++

"Wie wichtig eine Konzernzentrale für einen Standort ist zeigt das Beispiel Semperit", meint Verzetnitsch und erneuert die ÖGB-Forderung nach strategischem Eigentum bei Schlüsselbetrieben in österreichischer Hand und Stopps des unwiderruflichen Ausverkaufs österreichischem Eigentums. Auch bei der ÖGB-Urabstimmung haben sich 94,6 Prozent gegen diesen Ausverkauf ausgesprochen. Der ÖGB-Präsident fordert von Bundeskanzler Schüssel einen sofortigen Krisengipfel. Dabei soll es um die Zukunft der Beschäftigten, als auch um die Methoden der internationalen Konzerne gehen, die je nach Subventionshöhe ihre Standorte in ein anderes Land verlagern und sich als neuen Standort jenes Land mit den niedrigsten Löhnen aussuchen.

Der ÖGB-Präsident fordert auch eine Umwandlung der ÖIAG in eine Beteiligungsgesellschaft sowie die rasche Erarbeitung eines Konzepts für die industrielle Zukunft Österreichs. Verzetnitsch: "Hier geht es um die Zukunft der ArbeitnehmerInnen sowie der wirtschaftlichen Entwicklung Österreichs. Gerade angesichts der steigenden Arbeitslosenzahlen ist auch hier rasches Handeln seitens der Regierung erforderlich."(hell)

ÖGB, 6. Dezember 2001 Nr. 1069

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