Studiengebühren und neuen Studienpläne erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Studium zusätzlich

Linz (AKO) Bei der gestern von der oberösterreichischen Arbeiterkammer und dem Sozialreferat der ÖH durchgeführten Veranstaltung "Arbeiten und Studieren" präsentierte die AK eine neue Studie, die belegt, dass mehr als 70 Prozent der Studierenden an der Uni Linz regelmäßig erwerbstätig sind.

Das Studiensystem der Universitäten trägt dieser Tatsache aber leider kaum Rechnung. Es ist nach wie vor in erster Linie auf "Vollzeitstudierende" ausgerichtet, obwohl die regelmäßig Erwerbstätigen eindeutig in der Mehrheit sind. Entsprechend groß war auch der Unmut zahlreicher Veranstaltungsteilnehmer/-innen über den Mangel an Lehrveranstaltungen und die zeitliche Lage von Seminaren. Es werden viel zu wenige geblockte Veranstaltungen, Wochenendseminare und Abendkurse angeboten, so eine berufstätige Studentin. Die neuen Studienpläne mit der verstärkten Anwesenheitspflicht würden die Situation der Berufstätigen zusätzlich verschärfen.

Eine weitere Hürde Arbeiten und Studieren unter einen Hut zu bringen seien die neu eingeführten Studiengebühren. "Sie führen nicht dazu, dass die Leute mehr studieren, sondern mehr Arbeiten", ist sich der AK-Bildungsexperte Dr. Fritz Bauer sicher. Die Aussage wird durch die Untersuchungsergebnisse bestätigt. Rund 44 Prozent der Befragten gaben an, wegen der Studiengebühren nun mehr arbeiten zu müssen oder überhaupt eine Arbeit aufnehmen zu müssen.

Der dramatische Rückgang an Studierenden sei die erste Folge dieser unüberlegten Maßnahmen, so Bauer. Alleine die Universität Linz hat in diesem Semester mehr als 24 Prozent an Studierenden verloren. Besonders schlimm ist die Tatsache, dass der Rückgang bei den Erstinskribenten etwa genauso hoch sei.

AK-Vizepräsident Dr. Johann Kalliauer betonte in der Diskussion, dass die steigende Zahl der berufstätigen Studierenden für die Arbeiterkammer eine Herausforderung ist. Das Engagement der AK als Interessensvertretung der Arbeitnehmer/-innen an den Universitäten werde zunehmend wichtiger. Kalliauer erneuerte auch das Angebot der Arbeiterkammer, gemeinsam mit den Universitäten spezielle Angebote für berufstätige Studierende zu entwickeln.

Rückfragen & Kontakt:

Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.comArbeiterkammer Oberösterreich

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO/AKO