Polen-Symposium: Sieben Jahre Übergangsfrist sind nicht genug

ÖGB-Leutner: Konjunktur-Probleme in Europa gemeinsam lösen

Wien (ÖGB). "Angesichts der derzeitigen Lage am Arbeitsmarkt zeigt sich, wie wichtig das Ziel einer sozialen Union Europas ist," erklärte Dr. Richard Leutner, Leitender Sekretär des ÖGB, in seiner Eröffnungsrede des heutigen Symposiums "Der Beitritt Polens zur Europäischen Union". Aus der aktuellen Auseinandersetzung um Semperit werde klar, so Leutner, dass der drohende wirtschaftliche Rückschlag in Europa nur gemeinsam zu bewältigen sei. Die Sorgen der Bevölkerung müssten ernst genommen werden: "Sieben Jahre Übergangsfrist für die Freizügigkeit sind für uns noch keine adäquate Antwort." Das Symposium wird gemeinsam vom ÖGB und der polnischen Botschaft in Österreich veranstaltet, die Hauptreferate halten der polnische Vize-Innenminister Mag. Zenon Kosiniak-Kamysz und der AK-Experte Dr. Günther Chaloupek.++++

Erst gestern, Mittwoch, habe in Österreich ein Konjunkturgipfel mit Beteiligung der Sozialpartner statt gefunden, bei dem die Lage am Arbeitsmarkt diskutiert wurde, so der Leitende Sekretär des ÖGB. "Gegen die steigenden Arbeitslosenzahlen kann kein Land allein vorgehen, die europäische Wirtschaftspolitik ist für den drohenden Rückschlag kaum gerüstet. Die Lage am Arbeitsmarkt muss europaweit gemeinsam überwunden werden, etwa über den Ausbau transnationaler Netze," forderte Leutner. Bisher stelle sich Europa allein als ökonomischer Zusammenschluss dar, es fehle eine soziale Union. "Eine Akzeptanz des europäischen Gedankens in der Bevölkerung ist nur durch eine größere Gewichtung des sozialen Gedankens zu erreichen," betonte der Leitende Sekretär des ÖGB.

"Der ÖGB hat sich weitaus früher als die politischen Parteien intensiv mit dem Integrationsprozess in der EU beschäftigt," so Leutner. Man habe sich von Anfang an klar zur Erweiterung der EU bekannt, die Sorgen der Bevölkerung müssten jedoch sehr ernst genommen werden. "Die Politik muss den Menschen klare Antworten geben. Bei der Frage der Freizügigkeit sind für uns sieben Jahre Übergangsfrist noch keine adäquate Lösung." Bei allen Sorgen dürfe jedoch auch das Ziel der Erweiterung nicht aus den Augen verloren werden. "Wir wollen in den nächsten Monaten die Aufgabe der Integration erfolgreich bewältigen," schloss Leutner. (tb)

ÖGB, 6. Dezember 2001
Nr. 1064

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