Verzetnitsch: "Wir haben unseren ersten Vertrauensmann verloren"

Der ÖGB-Präsident zum Tod Anton Benyas

Wien (ÖGB). "Der Aufstieg der 2. Republik ist untrennbar mit dem Namen Anton Benya verbunden. Mit Anton Benya verliert unser Land einen großen Österreicher. Die Gewerkschaftsbewegung - und mit ihr alle arbeitenden Menschen in Österreich - trauert um einen Mann, der schon zu seinen Lebzeiten Vorbild und Legende war. Um einen Menschen, der seine Wurzeln nie vergessen hat und im Grunde seines Herzens immer Arbeiter geblieben ist." So nahm ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch tief betroffen zum Ableben von Altpräsident Anton Benya Stellung.++++

Verzetnitsch erinnerte daran, wie Benya seine Wahl zum Präsidenten des Nationalrats aufgenommen habe, als er spontan meinte: "Dies ist eine hohe Auszeichnung für jeden Berufstätigen in Österreich." Wenn jemand das Prädikat "Vertrauensmann" je verdient habe, so sei es Anton Benya gewesen. "Er hat niemals vergessen, daß er den Auftrag übernommen hat, sich für andere einzusetzen. Und er wußte, daß er dieses Vertrauen nie enttäuschen durfte."

24 Jahre sei Anton Benya ÖGB-Präsident gewesen und habe in Zusammenarbeit mit Rudolf Sallinger dazu beigetragen, die auch international geschätzte Sozialpartnerschaft erfolgreich zu gestalten. Verzetnitsch: "Anton Benya hatte den Ruf des starken Mannes und die Erfolge, die er erzielen konnte, haben diesen Ruf gefestigt. Daher kam die andere Seite Benyas oft zu kurz: Der warmherzige und sensible Mensch, der lachen und weinen konnte. Denn auch hier war Benya ein typischer Österreicher."

Zwei Charaktereigenschaften habe er an Anton Benya besonders geschätzt: "Seine Grundsatztreue und seinen Optimismus. Probleme waren für Benya immer nur die Herausforderung, sie zu lösen." Verzetnitsch erinnerte daran, dass Anton Benya vor mehr als elf Jahren am Grab von Bundeskanzler Bruno Kreisky, an dessen Leistungen für Österreich und seine Menschen erinnernd, gesagt hatte: "Du hast Deinen Platz in der Geschichte und in unseren Herzen." Verzetnitsch:
"Für Anton Benya war dieser Platz längst reserviert - wir danken diesem großartigen Menschen und Politiker, der sein Leben in den Dienst der österreichischen Gewerkschaftsbewegung und des Fortschritts Österreichs gestellt hat."

Er habe Benya auch persönlich viel zu verdanken und fühle sich Benyas geistigem Erbe zutiefst verpflichtet, meinte Verzetnitsch. Daher entbiete die Gewerkschaftsbewegung dem großen Mann ein letztes "Glück auf!"

ÖGB, 6. Dezember 2001 Nr. 1063

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