ÖFFENTLICHE STELLEN DÜRFEN AUF FAIR TRADE KAFFEE UMSTEIGEN!

Bericht über Förderung des Fairen Handels im Parlament

Im Parlament wurde heute der Bericht der Bundesregierung betreffend die "Förderung des Fairen Handels" vorgelegt. Der Bericht kommt zum Schluss, dass die Beschaffung von fair gehandeltem Kaffee durch öffentliche Stellen bis zu einem Auftragsvolumen von 1,9 Mio. ATS (138.078,38 Euro) pro Ressort möglich ist. Für den Fairen Handel ergeben sich damit in Österreich wichtige neue Marktperspektiven.

Der Bericht ist die Beantwortung einer einstimmig angenommenen Entschließung des Nationalrates vom November 2000. Darin wurde die Bundesregierung aufgefordert, "alle Möglichkeiten zu prüfen, inwieweit in der Gesetzgebung, im Budget und im öffentlichen Beschaffungswesen die Förderung des Fairen Handels angemessen berücksichtigt werden kann." In derselben Resolution hatten die Abgeordneten auch verlangt, "die Förderung des Fairen Handels als festen Bestandteil in der österreichischen Entwicklungspolitik zu verankern."

Das Ergebnis des Berichtes, der heute dem parlamentarischen Unterausschuss für Entwicklungspolitik vorgelegt wurde, ist für den Fairen Handel in Österreich sehr erfreulich: Bis zu einem Auftragsvolumen von 1,9 Mio. ATS (138.078,38 Euro) pro Ressort ist es für öffentliche Stellen vergaberechtlich möglich, Fair Trade Kaffee zu kaufen. Bisher hatte sich die öffentliche Hand beim Ankauf von Fair Trade Kaffee zurückgehalten, da unklar war, ob die Beschaffung von Fair Trade Produkten mit dem Vergaberecht der öffentlichen Hand vereinbar ist.

Die gemeinnützige Initiative Trans Fair, die Fair Trade Produkte mit einem sozialen Gütesiegel zertifiziert, erhofft sich jetzt neue Marktimpulse. "Das Marktpotenzial für Fair Trade Kaffee wächst dadurch enorm", kommentiert Trans Fair Geschäftsführer Leon Lenhart den Bericht erfreut. "Das Außenministerium ist ja bereits auf fair gehandelten Kaffee umgestiegen. Wir hoffen, dass jetzt nach dieser rechtlichen Klarstellung viele weitere öffentliche Stellen dem guten Beispiel folgen." Damit verbunden ist auch die Hoffnung, dass nicht nur Konsumenten, sondern auch zahlreiche weitere Markenartikel-Hersteller das Potenzial des Fairen Handels erkennen und in Zukunft eigene Fair Trade Produktlinien aufbauen. Dazu Leon Lenhart: "Je größer die Nachfrage von Institutionen und Konsumenten ist ist, umso interessanter wird der Faire Handel auch für die großen Lebensmittelhersteller." Dass das Interesse der Konsumenten an fair gehandelten Produkten groß ist, zeigt auch eine aktuelle Umfrage des Market-Institutes. Darin wünscht sich eine große Mehrheit der Befragten Produkte, die nach ethischen Standards hergestellt werden.

Einziger Wermutstropfen am Bericht über die "Förderung des Fairen Handels" ist für Leon Lenhart, dass sich die vergaberechtliche Prüfung auf Kaffee beschränkt habe. Was aber daran liege, dass es derzeit noch keine Zertifizierung des Österreichischen Normungsinstituts für andere Fair Trade Produkte wie z.B. Tee, Kakao, Honig, Schokolade oder Orangensaft gibt. "Bei Auftragssummen bis zu 30.000 Schilling (2.180,19 Euro) können öffentliche Stellen aber ohne formelles Ausschreibungsverfahren Lebensmittel kaufen. Und das gilt natürlich auch für alle Fair Trade Produkte."

Unterstützung bekommt Trans Fair dabei auch aus dem Parlament. Die Vorsitzende des Unterausschusses für Entwicklungspolitik, Abgeordnete Inge Jäger faßt die Motive der Abgeordneten zum Einsatz für Fair Trade zusammen: "Der Faire Handel ist eine der wirksamsten und direktesten Formen der Entwicklungszusammenarbeit. Den ProduzentInnen werden Mindestpreise garantiert und die Einhaltung von sozialen Standards, außerdem werden diese Produkte ohne Raubbau an der Natur hergestellt. Wir werden uns deshalb gemeinsam im Parlament weiterhin für die Verbreitung von Fair Trade Produkten in Österreich einsetzen." Konkret wollen die entwicklungspolitischen SprecherInnen versuchen, Ministerien und Verwaltung zum Umstieg auf Fair Trade Kaffee zu motivieren, "denn diese haben schließlich eine Vorbildfunktion."

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Tel: 0664 526 74 62
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Rainer Stoiber, Trans Fair,

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