Carla - eine Halle für alle - und das zweimal in Wien

Caritasdirektor Landau: Originelle Weihnachtsgeschenke und ein

Wien (OTS) - Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft=

Für den Wiener Caritasdirektor Michael Landau ist das
carla mittersteig "ein Stück Hoffnung und ein Kontrapunkt zur vielzitierten Wegwerfgesellschaft.

Denn im carla wird auf all das gesetzt, was einfach zu schade ist, weggeworfen zu werden. Ob Teddybär, Kasten - oder originelles Kleid. Alles hilft auf seine Weise.

"Jeder Kauf im carla unterstützt die Caritas dabei, einem Menschen unter die Arme greifen zu können," betonte Landau vor Journalisten. Denn "hier wird das, was einfach zu schade ist, weggeworfen zu werden, gratis an Menschen in Notsituationen weitergegeben, teilweise zu günstigen Preisen an Menschen mit kleiner Brieftasche weiterverkauft - oder, aber auch an jene weiterverkauft, die mit ihrem Kauf hier einen Akt der Solidarität setzen."

Wesentlich sei aber, dass mit dem Erlös aus dem Verkauf die Caritas- Obdachlosenarbeit bzw. Langzeitarbeitslosenprojekte finanziert werden. "Damit schenkt ein Einkauf in einem der zwei Wiener carla's gleich dreimal Freude," so Landau: "Freude, darüber in Ruhe in alten Dingen, und damit auch in Erinnerungen stöbern zu können, Freude, darüber ein wirklich originelles Stück zu schenken, Freude, darüber mit dem Einkauf helfen zu können Damit gibt es drei gute Gründe bei der Suche nach Weihnachtsgeschenken auch im carla mittersteig oder im carla nord vorbeizuschauen.

carla - Antwort auf Armut

Im carla wird während des ganzen Jahres - und nicht nur zur Vorweihnachtszeit - daran gearbeitet, Antworten auf die Armut in Österreich zu finden.

"Wer einmal um 9.00 Uhr ins carla mittersteig kommt, erfährt in der Praxis, dass es in Österreich nach wie vor viele Menschen gibt, für die die Gratiskleiderausgabe der Caritas, eine Möglichkeit ist, sich für die nächsten Monate einzukleiden," berichtet der Wiener Caritasdirektor. Und zählt weitere Fakten auf: Über 22.000 Kleiderpakete werden jährlich gratis an mittellose Menschen in Wien ausgegeben. Über 280 mittellose Menschen erhalten über Vermittlung von Beratungsstellen Möbel und Hausrat in den carlas. Über 50 LKW’s mit Hilfslieferungen verlassen jährlich die beiden carlas mit Waren für Menschen im Kosovo, in Rumänien und in der Ukraine. In über 270 Kleidersammelstellen werden in Wien und Niederösterreich Alttextilien gesammelt.

carla - Neustart für Langzeitarbeitslose

In den carlas werden - als Teil eines vom AMS geförderten Arbeitslosenprojektes - derzeit insgesamt 32 Langzeitarbeitslose beschäftigt und betreut. Sie arbeiten in allen Bereichen der carlas mit und werden darüber hinaus arbeitstherapeutisch betreut, um eine Grundlage für den Wiedereinstieg in den regulären Arbeitsmarkt zu schaffen. Die 32 im Rahmen der Arbeitsprojekte Beschäftigten arbeiten als Verkäufer, als Möbelmonteure, sie sind im Möbelabholservice, in der Kleidersortierung, in der Reinigung oder im Rahmen des Reparaturtrupps beschäftigt. Das Anstellungsverhältnis dauert bis zu einem Jahr, nach Ablauf dieses Jahres werden sie bei ihrer Suche nach einem Arbeitsplatz unterstützt. Auch in unserem Stadtbeisl " inigo gibt es 20 Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose.

Seit 1999 stellt die Caritas auch in Pfarren 30 Plätze für Langzeitarbeitslose zur Verfügung.

So gibt es in dieser Arbeit mit und für Menschen, die schon länger keinen Arbeitsplatz gehabt haben, viele Erfolgsstories. Von den rund 500 Menschen, die seit 1990 in ein Arbeitsprojekt der Caritas aufgenommen werden konnten, hat 1/3 sofort nach dem Ausstieg einen Arbeitsplatz gefunden, ein weiteres Drittel war job ready. Job ready, das heisst, durch die Begleitung durch die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter konnten die bestehenden Vermittlungshindernisse beseitigt werden. Und diese Vermittlungshindernisse sind manchmal gar nicht unbeträchtlich:

  • ungeregelte Schulden, die zu Lohnexekutionen führen
  • ungesicherte Wohnverhältnisse (von Delogierung bedroht, schläft bei Freund auf der Couch, etc.)
  • akute Alkohol- oder Drogenproblematik
  • Probleme im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten
  • mangelnde Arbeitstugenden (Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Freundlichkeit im Umgang,..)

Für Landau wird gerade aus der Aufzählung der Jobhindernisse deutlich, welche bemerkenswerten Schritte die bei der Caritas beschäftigten Langzeitarbeitslosen in diesem Jahr in den carlas machen.

Arbeitsmarktpolitik mit mehr Phantasie

Doch Landau weiß aus der konkreten Caritasarbeit auch, dass "jobready" zu sein oft nicht genügt. "Zu groß sind die Blockaden für ehemals Langzeitarbeitslose. Es bedarf weiterer aktiver, arbeitsmarkpolitischer Maßnahmen, um den Arbeitsmarkt für alle zu öffnen," fordert Caritasdirektor Landau auch gezielte und phantasievollere Maßnahmen für die Reintegration.

Studien zeigen, so Landau, dass die Auszahlung von Arbeitslosengeld, also passive Arbeitsmarktpolitik, weit mehr finanzielle Mittel benötigt, als etwa Langzeitarbeitslosenprojekte im Sinne der Wiedereingliederung in den 'ersten' Arbeitsmarkt.

Gründe, die für carla sprechen=

Landau bedankte sich auch bei den Studentinnen der Graphischen, Martina Heyduck und Bettina Zehetner, die im Rahmen einer Semesterarbeit im Sommersemester 2001 einen neuen optischen Auftritt unter dem Titel "Gründe, die für carla sprechen" für die carlas entwickelten.

Adressen der carla's in der Erzdiözese Wien:

carla nord Steinheilgasse 3 1210 Wien Telefon: 01- 259 85 77 Carla mittersteig Mittersteig 10 1050 Wien Telefon: 01-505 96 37 Carla süd Wienerstraße 62 2700 Wr. Neustadt Telefon: 02622-27 118

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Dr. Waltraud Fastl
Tel.: 01-878 12-231
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