Knotzer: Stadt Traiskirchen bemüht sich weiter um Käufer für gesamtes Semperitwerk

Große Enttäuschung über Untätigkeit der Bundesregierung

St. Pölten, (SPI) - "Auch wenn wir immer die einsamen Rufer in der Wüste waren und in unseren Bemühungen praktisch allein gelassen wurden, so werden wir seitens der Stadt jede nur erdenklich kleinste Chance wahrnehmen, das Semperitwerk in Traiskirchen vielleicht doch noch zu retten. Hier geht es nicht nur um ein industriepolitisches Aushängeschild Österreichs, es geht vor allem um 1.500 bei Semperit arbeitende Menschen und ihre Familien sowie Hunderte andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in anderen Betrieben des Bezirkes, die vor dem Nichts zu stehen drohen", so Traiskirchens Bürgermeister Landesrat Fritz Knotzer zur angekündigten Schließung der Reifenproduktion von Semperit in Traiskirchen.****

Bürgermeister Knotzer beabsichtigt in den nächsten Tagen mit dem österreichischen Industriellen Dr. Hannes Androsch Gespräche über die Chancen und Möglichkeiten, eine österreichische Käufergruppe für die Übernahme von Semperit zu interessieren, führen. Dabei sollen auch die ausgezeichneten internationalen Kontakte des ehemaligen österreichischen Finanzministers und Vizekanzlers genützt werden, um vielleicht auf europäischer Ebene noch zu einer positiven Entscheidung für den Fortbestand von Semperit zu finden. "Semperitreifen haben nicht nur einen guten Ruf, sie sind vor allem auch ein qualitatives Aushängeschild des Konzerns. Die praktische Eliminierung dieser Marke sollte sich auch negativ auf das Geschäftsergebnis des gesamten Conti-Konzerns auswirken", so Knotzer.

"Seit Monaten zeigen die Stadt und die Personalvertretung die prekäre Situation des niederösterreichischen Industriebetriebes auf und warnen vor den, meines Erachtens sogar die Aktionäre schädigenden Entscheidungen der Geschäftsführung des Conti-Konzern. Leider erfuhren wir seitens der Bundesregierung praktisch keinerlei Unterstützung, ja österreichische Beschaffungsentscheidungen, wie jene des Bundesheeres, Reifen für die Ausstattung ihrer Fahrzeuge an den japanischen Yokohama-Konzern zu vergeben, haben das Bild rund um Traiskirchen nur noch verdüstert", kritisiert Knotzer. Obwohl Semperit seit Jahren dreistellige Millionengewinne für den Mutterkonzern Continental einfährt, soll nun der Standort praktisch ‚eingestampft' werden. Eine derartige ‚Kindesweglegung' hätte nicht nur für die 1.500 Beschäftigten von Semperit, sondern auch für Hunderte Beschäftigte in den Zulieferbetrieben, bei lokalen Gewerbebetrieben und im Bereich der unternehmensspezifischen Dienstleistungen den Verlust ihres Arbeitsplatzes zur Folge.

"Ich werde persönlich jede Möglichkeit wahrnehmen, vielleicht doch noch einen Rettungsanker in ein derart ausuferndes schmutziges Wasser einer Globalisierung zu werfen, wo die Kommastellen in einer Bilanz mehr Wert sind als die arbeitenden Menschen, die ihre Familien durchbringen müssen", so Bgm. LR Knotzer abschließend. (Schluss) fa

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