Graf: Jungärzte an Universitätskliniken: Reine Eigeninteressen unter falschem Deckmantel

Protest straft sinnlos Patienten und schadet nur Image der Ärzteschaft

Wien, 2001-12-05 (fpd)- Unverständlich für den freiheitlichen Wissenschaftssprecher und Ausschußobmann Abg. Dr. Martin Graf ist der Protest der Jungmediziner an Universitätskliniken : "Anstatt die Universitätsreform auch im Interesse von Forschung und Lehre zu unterstützen, wird nur versucht, mehr Geld, bei den ohnehin durch Sonderregelungen abgesicherten Universitätskliniken, zu erwirken." ****

Graf versteht die Aufregung nicht, nachdem einige wesentliche Punkte verbessert wurden:
- bisher Ausbildung zum Facharzt im Spitalsbetrieb und Forschung; nunmehr: Übergewicht der Facharztausbildung
- Bloß "angemessene Zeit" (nicht 50%iger Freiraum wie bei wissenschaftlichen Mitarbeitern im nichtärztlichen Bereich) für selbständige wissenschaftliche Tätigkeit und Aus- und Weiterbildung, da ärztliche Ausbildungsvorschriften (Ärztegesetz, Ärzteausbildungsordnung - Zuständigkeit des BMSG) Mindestausmaß von 35 Wochenstunden (einschließlich Journaldienste), davon jedenfalls 25 Wochenstunden in der Kernarbeitszeit, für die ärztliche Tätigkeit vorsehen und Ausbildung ansonsten nicht als Facharztausbildung anerkannt wird
- Lehre: Zum Unterschied von Nichtärzten und "Vorklinikern" waren bisher und sind auch künftig die Jungärzte in den Kliniken während ihrer Facharztausbildung kaum im Lehrbetrieb eingesetzt

Graf stellte die von Kogelbauer angeführten Einkommensvergleiche entsprechend klar, nachdem diese auch je nach Bundesland unterschiedlich sind. Die Grundbezahlung der Jungärzte in Facharztausbildung im Klinischen Bereich der Medizinischen Fakultät, im Schnitt 26.800 S, beinhalte auch noch die sog. "Klinikvergütung" im Ausmaß von brutto S 3.571,40 (jährlich S 50.000,-).
- Der Nettobezug der Jungärzte nach neuem Recht beträgt S 17.000,-; allerdings sind zusätzlich zu den Sozialversicherungsbeiträgen und der Lohnsteuer die - von den Ärztekammern festgelegten -Ärztekammerumlage und Wohlfahrtsfondsbeiträge (zur Pensionsvorsorge für Ärzte) zu bezahlen, das sind in den ersten 3 Ausbildungsjahren S 1.170,- (Fixbetrag), und ab dem 4. Ausbildungsjahr S 3.540,-, da ab dem 4. Ausbildungsjahr die für Fachärzte geltenden Sätze anfallen. Deshalb reduziert sich das Nettomonatseinkommen in den ersten 3 Ausbildungsjahren auf ca. S 15.800,- und ab dem 4. Ausbildungsjahr auf ca. S 13.400,-.
- Jungärzte in Facharztausbildung leisten im Durchschnitt pro Monat 3 Werktags-Journaldienste und 1 Wochenenddienst (48 Stunden), wodurch das Gesamteinkommen brutto pro Monat ca. 54.600,- S beträgt.
- Die Bezahlungshöhe der Assistenten (Stufe 2) entspricht dem Durchschnitt der Einkommen der bisherigen Assistenten in den vergleichbaren Dienstjahren (Einkommenswippe).
- Es stehen Verhandlungen zur Frage der Verlängerung der Betriebsvereinbarung über Arbeitszeitgrenzen (KA-AZG-Vereinbarungen) an den Universitätskliniken an. Die GÖD, die BUKO und die Österr. Ärztekammer haben diese Verhandlungen allerdings mit Besoldungsforderungen junktimiert.

Graf erörterte abschließend den Vorschlag für die Vollrechtsfähigkeit der Universitäten, in dem künftig die wissenschaftlichen Mitarbeiter in Ausbildung im nichtärztlichen Bereich ihre Ausbildung an der Universität (insbes. Dissertation) in einem Stipendiatenverhältnis absolvieren sollten. Die Jungärzte in Facharztausbildung sollen im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses zur Universität tätig werden. Dadurch kann unter Bedachtnahme auf die Ärzteausbildungsvorschriften die spezifische Situation der Jungärzte (primärer Ausbildungszweck:
Facharztausbildung, nach neuen Curricula auch Erwerb des Doktorats) berücksichtigt werden und ein von den Nichtärzten unterschiedliches Bezahlungsschema (im Rahmen des jeweiligen Kollektivvertrages) erarbeitet werden, das die besonderen Belastungen im Klinikbetrieb berücksichtigt. Die Vorgangsweise der Jungärzte gleiche daher eher einer "Geldmittel-Erpressung " zu Lasten der Patienten und der Öffentlichkeit, obwohl diese bereits in einem in Kraft getretenem Dienstrecht und in der bevorstehenden Universitätsreform vollstens berücksichtigt wurden und werden. (Schluß)

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