ORF-Kuratorium genehmigt Finanzplan 2002

Wien, (OTS) - Das ORF-Kuratorium, unter der Leitung von
Vorsitzendem Univ.-Prof. Rektor Leopold März, genehmigte in seiner letzten Plenarsitzung am Mittwoch, dem 5. Dezember 2001, den von ORF-Generalintendant Gerhard Weis und dem Kaufmännischen Direktor Dr. Alexander Wrabetz vorgelegten Finanzplan 2002.

Bereits der Finanzausschuss des Kuratoriums hatte in seiner Sitzung vom Donnerstag, dem 29. November 2001, dem Kuratorium einstimmig die Annahme des ORF-Finanzplans 2002 empfohlen.

Der ORF-Finanzplan 2002 sieht Erträge in der Höhe von 10.443 Mio. Schilling (759,0 Mio. Euro) und Aufwendungen von 10.435 Mio. Schilling (758,3 Mio. Euro) und somit ein ausgeglichenes Budget vor. Auch 2002 wird der ORF - zum fünften Mal in Folge - auf eine Erhöhung der Programmentgelte verzichten.

Der vom ORF-Kuratorium verabschiedete Finanzplan 2002 bindet die ab 1. Jänner 2002 zuständigen Organe nicht - der Finanzplan bleibt jedoch so lange in Kraft, bis der Stiftungsrat im Jahr 2002 gegebenenfalls einen abweichenden Beschluss fasst.

Dr. Alexander Wrabetz: ",Schwarze Null' verwirklichen"

Der Kaufmännische Direktor des ORF, Dr. Alexander Wrabetz: "Mit dem Finanzplan 2002 wird die Herausforderung, die durch geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen und die gedämpfte Werbekonjunktur geschaffen wurde, durch Einsparungen in allen Unternehmensbereichen und unter Realisierung von Struktureffekten bewältigt. Die Verwirklichung des Ziels der ,schwarzen Null' auch im Jahr 2002 hängt von der Umsetzung der ambitionierten Ertragssteigerungsprogramme und der strikten Realisierung der geplanten Einsparungen ab."

Finanzplan 2002: Bedachtnahme auf Kontinuität, ohne neue Organe zu präjudizieren

Die derzeitige ORF-Geschäftsführung hatte gemäß der entsprechenden Verpflichtung im ORF-Gesetz auf Grundlage der Budgetnotwendigkeiten des Unternehmens einen Finanzplan für das Jahr 2002 unter Berücksichtigung der geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen zu erstellen. Der Finanzplan 2002 orientiert sich an den Kriterien, auch 2002 ein ausgeglichenes ORF-Ergebnis und die Erfüllung der zusätzlichen gesetzlichen Aufträge (u. a. Radio Österreich International, Volksgruppenprogramme, Kofinanzierung der Medienbehörde) zu ermöglichen. Bedacht genommen wurde auf größtmögliche Kontinuität und die Fortführung der bestehenden Schwerpunkte im Informationsbereich bei Beibehaltung des Programmerfolgs - dies jedoch, ohne die neue ORF-Geschäftsführung bzw. die neuen ORF-Gremien in ihrer Entscheidung über allfällige andere Schwerpunkte zu präjudizieren.

Erträge

Der Finanzplan 2002 sieht Erträge von 10.443 Mio. Schilling (759,0 Mio. Euro) vor (Finanzplan 2001: 10.640 Mio. Schilling / 773,2 Mio. Euro), der Jahresstellenplan geht von 2.675 Angestellten-Dienstposten aus, das sind 20 weniger als im Jahr 2001.

Bereits zum fünften Mal in Folge ist 2002 keine Erhöhung der Programmentgelte geplant. Die Steigerung der Erträge erfolgt im Wesentlichen durch ein effizienteres Entgeltmanagement der Gebühren Info Service GmbH (GIS), das eine weitere Erhöhung der Anzahl der Gebührenteilnehmer erwarten lässt.

Die Prognose der Fernseh-Werbeerlöse geht davon aus, dass die Umsatzrückgänge auf Grund der Einschränkungen im Bereich der Medienwerbung und der Sonderwerbeformen sowie die rückläufige Werbekonjunktur zumindest zum Teil durch besondere Marketingmaßnahmen der ORF-Enterprise und ein Wiederanspringen der Konjunktur im zweiten Halbjahr 2002 kompensiert werden können.

Im Bereich der Radio-Werbeerlöse entfällt der Regionalradio-Ring, der sich im Jahr 2001 durch verstärkte Anstrengungen der ORF-Enterprise überdurchschnittlich gut entwickelt hatte, ebenso die Vermarktungsgemeinschaft "Ö3 plus". Durch Einführung von Werbung auf FM4 und eine Steigerung der Werbeeinnahmen von Ö3 sollen diese Rückgänge teilweise kompensiert werden.

Aufwendungen

Der Finanzplan 2002 sieht für den ORF Aufwendungen von 10.435 Mio. Schilling (758,3 Mio. Euro) vor (Finanzplan 2001: 10.635 Mio. Schilling / 772,8 Mio. Euro). Die Reserven zur Optimierung des Mitteleinsatzes wurden stark reduziert.

Trotz eines reduzierten Gesamtkostenbudgets der Fernsehdirektionen sind im Finanzplan die erforderlichen Sondermittel für die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City ebenso enthalten wie das Budget für die Leichathtletik-EM. Nicht enthalten sind Mittel für die Fußball-WM in Japan/Korea. Die Sparmaßnahmen haben insbesondere die Kontinuität und Beibehaltung von Strukturen berücksichtigt. Insbesondere sind Aufträge für die Filmwirtschaft in der Größenordnung von ca. 900 Mio. Schilling (65,4 Mio. Euro) vorgesehen, was nicht den Spitzenwerten der Jahre 2000 und 2001 entspricht, jedoch deutlich über dem Niveau der vorangegangenen Jahre liegt.

Das Budget der Hörfunkdirektion inkludiert 2002 erstmals die Gesamtkosten von Radio Österreich International, die bisher von der Bundesregierung getragen wurden. Strukturelle Veränderungen bei Ö1, Ö3 und FM4 sind nicht vorgesehen.

Der Finanzplan 2002 trägt der Sonderstellung der ORF-Landesstudios im ORF-Gesetz Rechnung, wonach diesen ein angemessener Anteil der Finanzmittel zuzukommen hat. Ebenfalls berücksichtigt wurden Mehrleistungen durch geänderte Bestimmungen im Bereich der Volksgruppenprogramme.

Durch umfangreiche Sparmaßnahmen ist das Budget der Generaldirektion geringer veranschlagt als im Jahr 2001, obwohl das budgetäre Erfordernis für den ORF-Beitrag zur Medienbehörde erstmals einbezogen wurde.

Deutlich zurückgenommen wurden die Investitionen, was einerseits auf Grund der Einsparungserfordernisse erforderlich war, andererseits durch die Fertigstellung von Großprojekten wie dem neuen Newsroom ermöglicht wird.

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